Nordische Kombination Eric Frenzel und Johannes Rydzek im Vergleich

Eric Frenzel schwingt die deutsche Fahne nach dem Gold-Triumph im Teamwettbewerb. Foto: AP
Eric Frenzel schwingt die deutsche Fahne nach dem Gold-Triumph im Teamwettbewerb. Foto: AP

Nordische Kombination ist, wenn 50 Athleten springen und laufen, am Ende aber immer ein Deutscher gewinnt – Eric Frenzel oder Johannes Rydzek. Ein Vergleich der beiden Super-Kombinierer.

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Lahti - Die Kombination gilt als Königsklasse des nordischen Skisports. Um den Thron streiten sich Eric Frenzel und Johannes Rydzek. Bei der WM in Lahti haben sie gemeinsam in der Staffel gewonnen, im Wettbewerb von der Normalschanze lag Rydzek vor Frenzel. Noch stehen zwei Rennen an – von der Großschanze (Mittwoch) und im Teamsprint (Freitag). Ein Vergleich der Super-Kombinierer, die sich nur selbst schlagen können. Erfolge: Frenzel (28) hat mehr Medaillen gesammelt – noch. Drei sind es bei Olympischen Spielen (1/1/1), elf in WM-Rennen (4/5/2), dazu kommen vier Siege im Gesamtweltcup. Rydzek (25) kommt auf zwei Olympia- (0/1/1) und neun WM-Plaketten (4/4/1), liegt nach acht Saisonerfolgen aber aktuell im Gesamtweltcup knapp vor Frenzel (7).

Stärken: Rydzek (1,79 m/63 kg) bringt körperlich alles mit, was ein Kombinierer braucht – Ausdauer und Schnellkraft. Und er ist ein großer Kämpfer in der Loipe, vor allem im Zielsprint. Im Duell Mann gegen Mann ist er auf den letzten Metern kaum zu schlagen. „Auf der Strecke“, sagt sein Ex-Trainer Andreas Bauer, „zeigt er eine unglaubliche Körpersprache. So eine breite Brust hat kaum einer.“ Frenzel (1,76 m/60 kg) ist auf der Schanze etwas besser, auf der Strecke kann er das Tempo sehr lange hoch halten. Er ist psychisch sehr stark, kann Niederlagen sehr gut wegstecken. „Er fokussiert sich sofort neu“, sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch, „das spart Energie. Und er hat keine Angst, etwas zu verlieren, sondern ist stets offen für Veränderungen.“

Schwächen: Rydzek war früher sehr impulsiv, geriet schnell aus der Fassung, ließ sich ablenken. Doch er hat an sich gearbeitet, seine Emotionen in den Griff bekommen. „Er konnte viel von Eric lernen“, sagt Weinbuch, „wo er sich früher vergraben hat, glaubt er heute an sich.“ Frenzel hat relativ lange Beine, dafür einen kurzen Oberkörper. Deshalb tut er sich schwer, auf der Schanze die optimale Anfahrtshocke zu finden. Er muss viel Gymnastik machen, um beweglich zu bleiben. Das kostet im Training wertvolle Zeit.

Rivalität: Auf der Strecke kennen beide keine Freunde, es könnte auch mal passieren, dass sie sich gegenseitig zu Fall bringen – knapp genug war es schon oft. Trotzdem betonen beide, nach dem Rennen beste Kumpels zu sein. „Wir verstehen uns gut, sehen unser Duell nur sportlich“, sagt Frenzel – und erklärt die Spielregeln: „Alles muss offen passier, keiner sollte versuchen, individuelle Vorteile einzuheimsen.“ Das kann Rydzek unterschreiben. „Wir wissen, wann der Wettkampf vorbei ist, unser Duell überträgt sich nicht ins Private“, sagt er, „bei uns geht es ehrlich zu, da ist nichts aufgesetzt.“

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