Nordische Ski-WM in Oberstdorf Erstes Gold: Riiber macht seinen Job

Alles richtig gemacht: Kombinierer Jarl Magnus Riiber holt WM-Gold Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Alles richtig gemacht: Kombinierer Jarl Magnus Riiber holt WM-Gold Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Jarl Magnus Riiber, der Kombinierer aus Norwegen, siegt im WM-Auftaktwettbewerb, was seinen Rivalen Eric Frenzel ziemlich nervt.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Oberstdorf - Jarl Magnus Riiber ist nach Oberstdorf gekommen, um in vier WM-Rennen viermal Gold zu holen. Einfach wird das nicht, das zeigte der Auftaktwettbewerb von der Normalschanze. Und trotzdem jubelte am Ende wieder mal der Kombinierer aus Norwegen. „Es fühlt sich großartig an, meinen Titel von 2019 verteidigt zu haben“, sagte Riiber, nachdem er sich vom anstrengenden Zehn-Kilometer-Lauf einigermaßen erholt hatte, „ich habe alles richtig gemacht.“ Was vor allem einen Konkurrenten ziemlich nervte.

Eric Frenzel ist der erfolgreichste Kombinierer der Geschichte, bei jeder WM seit 2009 hat der dreimalige Olympiasieger eine Medaille gewonnen. Im ersten Rennen in Oberstdorf ging er als Vierter leer aus – und ärgerte sich mächtig. Am meisten über Jarl Magnus Riiber. „Er hat es einfach gehabt und sich auf der Strecke nur versteckt“, sagte der frühere König der Kombinierer über seinen Thronfolger, „meine Herangehensweise wäre das nicht. Aber letztlich hat er seinen Job gemacht.“

Kampfansage an Riiber

Dabei waren die Aussichten nach dem Springen noch ganz gut gewesen für das deutsche Quartett. Riiber flog längst nicht so weit davon wie sonst so oft. Eric Frenzel und Fabian Rießle lagen nur 20 Sekunden hinter ihm, auch die beiden Oberstdorfer Vinzenz Geiger und Johannes Rydzek waren noch in Schlagdistanz. Das Duo ging das Rennen in der Loipe extrem schnell an – und überzog dabei gewaltig. Geiger („Ich musste alles riskieren“) und Rydzek („Ich weiß, dass ich mehr kann“) belegten letztlich die frustrierenden Plätze 14 und 28. Besser lief es für die zwei anderen Mitfavoriten.

Frenzel und Rießle hatten nach gut der Hälfte der Distanz den Anschluss an die Spitzengruppe um Riiber hergestellt, dabei allerdings viel Kraft gelassen. Der Norweger dagegen profitierte davon, dass der junge, unerfahrene Johannes Lamparter (Österreich) bis dahin die Führungsarbeit gemacht hatte. Und den Schlussspurt gewann er dann aus dem Windschatten heraus vor Ilkka Herola (Finnland) sowie seinem Landsmann Jens Luraas Oftebro. Fünf Sekunden zurück wurde Frenzel Vierter – und schickte danach eine Kampfansage an Riiber: „Er hat bei Großereignissen schon das eine oder andere Mal genervelt. Er weiß, dass wir hier Druck machen. Und das ist genau die Einstellung, die wir brauchen, um ihn zu packen.“

Verkorkster WM-Auftakt_

Auch der sechstplatzierte Fabian Rießle („Wir haben alles versucht“) und Hermann Weinbuch waren weit davon entfernt, die eigenen Ambitionen zurückzuschrauben. „Wir sind hier angetreten, um Medaillen zu gewinnen, deshalb sind wir natürlich schon enttäuscht“, meinte der Bundestrainer, „andererseits haben wir sehr viel richtig gemacht.“ Vor allem vom Auftritt seines Musterschülers Eric Frenzel zeigte sich Weinbuch angetan: „Er war nahe dran, hat agiert wie ein Champion – und er kann noch mehr.“

Den nächsten Einsatz haben die Kombinierer schon an diesem Sonntag (15 Uhr/ARD) in der Staffel. Dann soll die erste Medaille her. „Wir haben Reserven, auf der Schanze und im Laufen“, meinte der Bundestrainer nach dem verkorksten WM-Auftakt, „aber ein Rennen muss halt auch für einen laufen, das war diesmal nicht der Fall.“

Anders als bei Jarl Magnus Riiber.

Unsere Empfehlung für Sie