Nürtingen Das „Haus der Künste“ nimmt Gestalt an

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Die Sanierung des Nürtinger alten Gesundheitsamts schreitet voran. Die Denkmalstiftung bezuschusst das Vorhaben mit 40 000 Euro.

Das alte Gesundheitsamt ist ein vergleichsweise junges Denkmal. Foto: Stadt Nürtingen
Das alte Gesundheitsamt ist ein vergleichsweise junges Denkmal. Foto: Stadt Nürtingen

Nürtingen - Bei Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Euro klingen 40 000 Euro nicht viel. Doch ist dieser Zuschuss, den die Denkmalstiftung für die Sanierung des Nürtinger alten Gesundheitsamts gewährt, eine Finanzspritze, über die sich die Stadt freut. Im Oktober soll das denkmalgeschützte Gebäude bezugsfertig sein und der Musik- und der Jugendkunstschule als neues Domizil dienen.

Neues Domizil für die Musik- und Jugendkunstschule

Das ehemalige Gesundheitsamt gilt als herausragendes Beispiel für einen Verwaltungsbau der 1960er- und 70er-Jahre und wird künftig „Haus der Künste“ heißen. Neben der Musik- und Jugendkunstschule wird auch die Stadtkapelle in der Ersbergstraße Räumlichkeiten beziehen. Im Obergeschoss entstehen Atelierräume für die Jugendkunstschule. Im Untergeschoss sind Proberäume vorgesehen. Außerdem wird im Erdgeschoss ein circa 150 Quadratmeter großer Probe- und Veranstaltungsraum für Konzerte und Ausstellungen geschaffen.

Ursprünglich war der Umzug bereits für das Frühjahr 2018 geplant gewesen. Doch hatte sich die Sanierung als deutlich aufwendiger herausgestellt als ursprünglich gedacht. Entsprechend verzögerte sich der Zeitplan, und auch die Kosten für das Vorhaben explodierten.

Beton ist der prägende Baustoff des Denkmals

Erhebliche Investitionen waren in den Brandschutz und in den Schallschutz notwendig, sodass der ursprünglich anvisierte Kostenrahmen für die Sanierung von rund 600 000 Euro nicht mehr zu halten war. Infrage gestellt wurde das Vorhaben im Gemeinderat dennoch nicht. Denn ein Neubau, so die Einsicht, wäre teurer gekommen als die Sanierung.

Das 1964 nach Plänen der Architekten Max Bächer und Harry G. H. Lie fertiggestellte Gebäude ist ein noch junges Kulturdenkmal, bei dem der Leitidee des „Brutalismus“ folgend neben Glas und Holz der Baustoff Beton als architektonisch prägendes Hauptelement eingesetzt worden ist. Beton wurde dabei vielfach und kunstvoll eingesetzt – als Fertigteile und Formsteine, als Ortbeton und Einkornbeton, als Waschbetonplatten und als Betonpflastersteine. Beachtliche Details wie Fensterbrüstungen, Wasserspeier und skulptural geformte Würfel für Beleuchtungskörper und Briefkästen sind aus Beton geschaffen.

Der Brandschutz ist wichtig und teuer

Jetzt müssen Schäden am Einkornbeton der Fassade und an Beton-Bauteilen ebenso wie die umfangreiche Holzausstattung instand gesetzt werden. Dafür werden die 40 000 Euro der Denkmalstiftung eingesetzt. Durch die Brandschutz-Anforderungen ist es notwendig, 17 Eichenholztüren mit Oberlichtern sehr aufwendig zu restaurieren und brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Daneben ist es nötig, die übrige Holzausstattung und die Außenanlagen aus Sichtbeton instand zu setzen.




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