Abgerutschter Hang in Nürtingen Riskante Sicherungsarbeiten

Das abgerutschte Gelände oberhalb der Panoramastraße in Nürtingen-Zizishausen gleicht einem Erdbebengebiet. Foto: 7 aktuell 8 Bilder
Das abgerutschte Gelände oberhalb der Panoramastraße in Nürtingen-Zizishausen gleicht einem Erdbebengebiet. Foto: 7 aktuell

Die nicht ungefährlichen Sicherungsarbeiten an dem abgerutschten Hang in Nürtingen-Zizishausen sind in der Nacht zum Donnerstag fortgeführt worden. Drei Häuser an der Panoramastraße sind weiterhin evakuiert.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Nürtingen - Um den abgerutschten Hang im Nürtinger Stadtteil Zizishausen zu sichern, ist die ganze Nacht durchgearbeitet worden. Die drei Häuser an der Panoramastraße, die direkt unterhalb des gefährdeten Gebiets stehen, blieben weiterhin evakuiert. Gegen 19 Uhr durften die Bewohner noch einmal in ihre Wohnungen zurückkehren, um daraus das Nötigste für die Nacht zu holen. Für diese kurze Zeit ruhten die Arbeiten, um die Menschen nicht zu gefährden.

„Betretungsverbot! Lebensgefahr! – Ortspolizeibehörde Nürtingen“ ist auf den Schildern am Absperrband in der Panoramastraße zu lesen. Doch nicht nur das Begehen des Abschnitts unterhalb des abgerutschten ehemaligen Steinbruchs ist gefährlich. Auch die Arbeit mit dem Bagger ist nicht ohne Risiko, wie Dennis Wittmacher, der Juniorchef der mit den Arbeiten beauftragten Wolfschlugener Garten- und Straßenbaufirma Schneider-Gruppe, erklärt. Mit einem der beiden Bagger arbeitet sein Vater Dirk auf dem imposanten Berg aus Geröll, Erdreich und Bäumen, die wie Mikadostäbchen verstreut im Gelände liegen. „Wenn der Hang rutscht, rutscht er mit“, sagt Dennis Wittmacher, der damit rechnet, dass im Laufe der kommenden Tage mehr als 1000 Tonnen Erdreich abtransportiert werden müssen. Sie sind in der Nacht nach unten geschoben worden, um den steilen Hang abzuflachen und die Last von dem Gelände zu nehmen.

„Fertig mit den Nerven“

Wie berichtet, war in der Nacht zum Mittwoch hoch über der Straße eine Terrasse unterhalb eines Rohbaus mehrere Meter abgesackt. Eckart Bauer vom Landesamt für Geologie hatte in einer ersten Vermutung geäußert, die Terrasse sei wohl „nicht anständig gegründet“ gewesen. Ralf Jechalik von der Projektierungsgesellschaft Geotechnik und Grundbau koordiniert vor Ort die Arbeiten. Zur Ursache für den Erdrutsch will sich der Ingenieur nicht äußern. Nur so viel: „Da stimmt was nicht, sonst wäre der Hang nicht gerutscht.“ Auch der starke Regen in den vergangenen Wochen habe das Erdreich wohl aufgeweicht. Der Rohbau sei allerdings absolut sicher und habe wohl keinen Schaden genommen, sagt Jechalik. Er ist überzeugt, dass alle Anwohner in ihre Häuser zurückkehren können, wenn der Hang nicht mehr in Bewegung und damit sicher ist.

Bis zum Abend war auch der Bauherr des betroffenen Wohnhauses vor Ort und beobachtete die Aufräum- und Sicherungsarbeiten. Er ist „fertig mit den Nerven“ und bittet um Verständnis, zunächst nichts zu dem Unglück sagen zu können.




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