ÖPNV im Bottwartal Busse sollen schneller vorankommen

Von Oliver von Schaewen 

Ein Gutachten zur Beschleunigung auf der Strecke von Beilstein nach Marbach rät, zunächst die kurzfristig erreichbaren Optimierungen anzupacken. Die ersten Kommunen beteiligen sich finanziell.

Ein alltägliches Bild: Stau im Berufsverkehr bei Murr Foto: Werner Kuhnle
Ein alltägliches Bild: Stau im Berufsverkehr bei Murr Foto: Werner Kuhnle

MarbachMarbach/Bottwartal - Pendler aus dem Bottwartal stecken morgens regelmäßig mit dem Bus im Stau fest. Die viel befahrene Landesstraße bei Oberstenfeld, Murr und Marbach bremst sie. Oft so lange, dass die S-Bahn in Richtung Stuttgart im Marbacher Bahnhof schon weggefahren ist.

Das ärgerliche Nahverkehrs-Problem wird jetzt vom Landkreis Ludwigsburg und den Anliegerkommunen verstärkt beackert. Ein erstes Gutachten liegt nun vor. Es macht Vorschläge, wie der Busverkehr beschleunigt werden kann. Jetzt sind die Gemeinderäte von Marbach bis Beilstein am Zug. Sie müssen entscheiden, ob sie für den verbesserten ÖPNV Geld in die Hand nehmen wollen.

Vorschläge für zehn Abschnitte

Die Nürnberger PB-Consult hat seit Ende 2017 den Busverkehr untersucht. Das Unternehmen schlägt auf zehn Abschnitten der Linien 460, 461 und 462 Verbesserungen mit Kosten von 85 000 Euro vor. Davon übernimmt der Kreis die Hälfte, die Kommunen stehen mit der anderen Hälfte in der Pflicht: Marbach würde demnach 4200 Euro, Murr 5900 Euro, Steinheim 11 300 Euro, Großbottwar 7700 Euro, Oberstenfeld 7500 Euro und Beilstein 5800 Euro zahlen. Die ersten kommunalen Gremien haben grünes Licht gegeben – etwa Marbach und Oberstenfeld.

Optimiert werden soll an den Ampeln die bereits vorhandene Bevorrechtigung der Busse bei Marbach und Murr, so das Gutachten. Doch seien die Straßen zu überlastet. Nur eine eigene Busspur könne wirklich etwas bringen. Offenbar verfolgt das Konzept im weiteren Verlauf auch das Ziel, eine eigene Busspur vom Steinheimer Tunnel an der L 1100 entlang des bisherigen Radweges und der Straße zum Gruppenklärweg Häldenmühle entlangzuführen. Dies ist aber im jetzigen Beschluss noch nicht vorgesehen. „Es geht zunächst um kleine Verbesserungen auf der ganzen Strecke“, erklärt Torsten Bartzsch, Murrer Bürgermeister und Befürworter zeitnaher Verbesserungen. Bartzsch wartet mit seinem Marbacher Kollegen Jan Trost auf ein parallel laufendes Gutachten des Regierungspräsidiums Stuttgart zu den Knotenpunkten an der L 1100 und der L 1125. „Die Gutachten werden aufeinander abgestimmt“, weiß Bartzsch.

Am Murrer Klärwerk soll der Bus eine eigene Spur erhalten

Eine eigene Busspur am Klärwerk werde vom Marbacher Gemeinderat positiv beurteilt, so Jan Trost. „Da es sich um eine Machbarkeitsstudie handelt, steht noch nicht fest, wie eine solche Trasse an die L  1100 angebunden werden kann.“

Positiv bewertete auch der Oberstenfelder Gemeinderat das Gutachten. Dort soll der Bereich Gronauer Straße und Lichtenberger Straße optimiert werden. Einige Gemeinderäte warnten allerdings davor, viel Geld ins Verbesserungen zu stecken, die nur einen relativ geringen Nutzen bei der Beschleunigung bringen.