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Österreich Winterwunderland

Von Dagmar Kluthe aus Tannheim 

Hohe Schneesicherheit und geringe Höhendifferenzen machen das Tannheimer Tal in Tirol zu einem Dorado für Langläufer.

Im Tannheimer Tal in Tirol finden Langläufer 140 gespurte Loipenkilometer. Foto: A. Rochau/Fotolia
Im Tannheimer Tal in Tirol finden Langläufer 140 gespurte Loipenkilometer. Foto: A. Rochau/Fotolia

Tannheim - Der Januarwind spielt mit den dick verschneiten Ästen, und in dichten Fahnen rieselt der Schnee herunter. Im Schatten halten sich noch letzte Nebelschwaden, doch bald verscheucht die Sonne die kalte Luft, und dann zeigt sich das Tannheimer Tal als funkelnde Puderzuckerlandschaft. Nun dauert es nicht mehr lange, und man hört das rhythmische leichte Schlurfen der Langlaufski in der klassischen Spur oder das Kratzen beim Abstoßen der Skating-Ski. Das Tannheimer Tal ist ein Hochplateau und liegt auf 1100 Meter Höhe im deutsch- österreichischen Grenzgebiet, eher versteckt zwischen den Orten Reutte und Hindelang. Mit dem 140 Kilometer langen Loipennetz und einem Höhenunterschied von maximal 50 Metern finden Skilangläufer hier optimale Bedingungen. Alle Strecken eignen sich sowohl für den klassischen Stil als auch zum Skaten.

Die längste Route über 55 Kilometer Skating startet im Allgäuer Bergdorf Oberjoch und führt durch das gesamte Tannheimer Tal bis nach Nesselwängle. Weniger ambitioniert zeigt sich die Tour zum Vilsalpsee, hier müssen im Ski-Trail 34 Kilometer in klassischer Technik bewältigt werden. Es ist eine abwechslungsreiche Route mit leichten Steigungen. Geradezu romantisch ist die Passage durch den verschneiten Wald. Dann aber öffnet sich das Tal, und wenig später schaut man auf den Vilsalpsee, der von Gaishorn und Rauhorn eingerahmt wird. Im Sommer kann man rund um den See gehen. Im Winter dagegen können die Langläufer die landschaftliche Schönheit des 1165 Meter hoch gelegenen Bergsees ganz allein genießen.

Die Gäste werden verwöhnt

Auf dem Rückweg hat die Sonne auch den Wald erreicht und die Loipe erwärmt, nun gleiten die Ski wie von allein in der Spur. Nach so viel Bewegung in frischer Luft ist der Gedanke an Sauna und Massage ein verführerischer Aspekt. Längst hat man sich im Tannheimer Tal darauf eingerichtet, seine Gäste zu verwöhnen - allen voran das Hotel Jungbrunn, das schon Anfang der 1990er Jahre einen Wellness-Bereich einrichtete. Damals war es der erste Spa in Tirol. Heute präsentiert sich das Hotel Jungbrunn als Komplex mit vielen Anbauten. Doch begonnen hat es mit einem Lift-Café. Der Vater des heutigen Besitzers, Raimund Gutheinz, liebte das Skifahren und baute 1957 den ersten Schlepplift im Tal.

Rasch kam zum Café ein Matratzenlager, denn auch in den 1960er Jahren wurde beim Après-Ski oft viel Alkohol getrunken. Später entstand aus dem Gasthaus Jungbrunn ein alpines Lifestyle- Hotel. Der Name stammt von der örtlichen Quelle. Der Brunnen bildet bis heute - architektonisch elegant umgesetzt - das Zentrum des Wellness- und Spa-Bereichs. Die Investition hat sich gelohnt, denn neben zahlreichen Auszeichnungen lassen sich viele Gäste im Spa verwöhnen. Ganz auf lokale Produkte abgestimmt ist die Signature-Behandlung mit einem Peeling mit dem Salz von Bergkristallen in Öl, einer Körpermaske aus Tannheimer Löwenzahnhonig und zum Abschluss noch eine Massage.

Nach so viel Wohlgefühl bleibt nur mehr der Weg an die Bar oder besser noch ein Spaziergang ins Dorf. Unweigerlich kommt man an einer schön bemalten Fassade vorbei, die zu einem der ältesten Häuser in Tannheim gehört. Seit 2004 ist es die Heimat der Privatbrauerei S’Höf. Die Besitzer Kurt und Priska Kleiner haben sich der Braukunst verschrieben, und neben verschiedenen Bieren gibt es seit etlichen Jahren auch einen Bierbrand. „Das ist ein Schnaps aus frischem Bier“, erklärt Kurt Kleiner. Lohnenswert ist auch ein Besuch in der barocken Dorfkirche St. Nikolaus. Mittlerweile ist es ruhig in Tannheim geworden. Zum Abendessen geht es in die 300 Jahre alte Tiroler Stube „Was guat’s vom Berg“.

Hier serviert Ingrid Payr lokale Küche, und man sollte auf jeden Fall noch etwas Platz für ihren hochdekorierten Kaiserschmarrn lassen. So oder so müsste die Route für das morgige Langlaufen doppelt so lang sein. Übrigens, vor dem Verlassen des Tals sollte man bei der traditionsreichen Käserei Biedermann in Grän anhalten. Ein Stück Bergkäse kann eine wunderbare Erinnerung an einen Urlaub im Tannheimer Tal sein.

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