Der typische Adventskalender beinhaltet meist wenig nachhaltige Schokolade und viel Verpackungsmüll. Wir haben Alternativen gesammelt: plastikfrei, für einen guten Zweck oder mit Produkten aus der Region Stuttgart. Eine Übersicht.

Klima und Nachhaltigkeit: Julia Bosch (jub)

Das Naheliegendste ist nicht immer das Nachhaltigste: Und bei einem Adventskalender ist vermutlich das Naheliegendste, einen mit Schokolade aus dem Supermarkt zu kaufen. Die sind schön bunt, meist nicht allzu teuer und erfüllen ihren Zweck: dass man jeden Tag ein Türchen öffnen kann und dadurch merkt, wie Weihnachten immer näher rückt.

Doch so ein Adventskalender bedeutet im Normalfall auch recht viel Müll. Und dass man die großen Lebensmittelriesen unterstützt, für die Nachhaltigkeit nicht immer erste Priorität hat. Deshalb haben wir ein paar alternative Ideen für Adventskalender gesammelt. Darunter sind welche, die ganz anders sind als der klassische Adventskalender – aber auch manche, bei denen man jeden Tag eine Leckerei bekommt.

Adventskalender für Paare

Wer denkt, er kennt seinen Partner oder seine Partnerin schon sehr gut, wird mit dem „Paarzeit“-Adventskalender vielleicht überrascht. Außerdem wird man dazu motiviert, gemeinsam Dinge auszuprobieren, die die Beziehung stärken sollen. Zu dem Adventskalender gehören 24 Karten, ein Hanfband, Holzklammern, Bleistifte und Notizblöcke. Jeden Tag nimmt man eine Karte von der Leine. Auf der Vorderseite steht immer ein Zitat, auf der Rückseite eine Aufgabe oder Fragen, die beide beantworten.

Der Adventskalender wird klimaneutral produziert und innerhalb der EU auch klimaneutral verschickt. Und: Für jeden gekauften und nicht retournierten Adventskalender werden zwei Euro für Baumpflanzungen gespendet. Der „Paarzeit“-Adventskalender kostet 26 Euro plus zwei Euro Versand.

Mit Murmeln die Tage bis Heiligabend zählen

Wenn man möglichst wenig konsumieren möchte, aber trotzdem auf eine besondere Weise die Tage bis Weihnachten zählen, ist vielleicht der Adventskalender von der Eichstätter Holzwerkstatt „KlotzaufKlotz“ das Richtige. Jeden Tag legt man eine weitere Murmel auf die entsprechende Vertiefung eines Holzbretts. Dadurch werde das Warten auf das Fest „anschaulich gestaltet und so vor allem für Kinder ein greifbares Erlebnis“, wirbt der Hersteller. Die Murmelfarben und die Holzart kann man selbst auswählen.

Das verwendete Holz hat eine PEFC- und eine FSC-Zertifizierung und stammt aus heimischen Wäldern. Und dieser Adventskalender kann jedes Jahr wieder verwendet werden. Es gibt ihn ab 34 Euro. Wer Adventskalender und Adventskranz verbinden möchte, erhält dies ebenfalls bei „KlotzaufKlotz“, dann sind Kerzen und Murmeln auf einem runden Holz angerichtet. Diesen gibt es ab 54 Euro. Je nachdem, für wie viel Geld man bestellt, kommt noch eine Versandgebühr von 4,90 Euro hinzu.

Wandkalender für Artenvielfalt und Klimaschutz

Der Naturschutzbund (Nabu) wirbt für ein Spendenprojekt, bei dem man einen Adventskalender als Dankeschön erhält. Das ist ein 24-seitiger Wandkalender mit Motiven von den Projekten, für die sich der Nabu engagiert. Da sieht man Mangrovenwälder in Tansania, Delfine in Neuseeland oder Elefanten in Sri Lanka. Bei den Bildern steht dabei, was genau vor Ort getan wird und wie Spenden eingesetzt werden.

Die Karten können anschließend als Postkarten weiterverwendet werden, außerdem ist dem Kalender eine Juteschnur zum Anbringen beigelegt. Der Kalender kostet 24 Euro, das Geld fließt in die Projekte des Nabu.

Bio-Saatgut verschenken

Die Regensburger Firma Magic Garden Seeds verkauft plastikfreie Saatgut-Adventskalender mit Bio-Samen. Das Besondere daran ist, dass es sich um Saatgut von in Vergessenheit geratenen Kultur- und Nutzpflanzen, alten Gemüsesorten, Kräutern und Heilpflanzen handelt. Es wird nur samenfestes, also voll nachbaufähiges Saatgut verwendet.

Bei den Adventskalendern gibt es derzeit vier verschiedene Editionen („Wilder Blütenrausch“, „Bunter Selbstversorgergarten“, „Wundersame Kräuterwelt“, „Urbanes Gartenglück“), alle kosten 29,95 Euro. Außerdem gibt es Adventskalender zum Selbstbefüllen, diese kosten zwischen 7,95 Euro und 9,95 Euro. Der Versand kommt noch hinzu.

Eine Kiste mit regionalen Getränken

Eine weitere Idee ist es, eine Kiste mit regionalen Bier- oder Saftsorten selbst zusammenstellen. In der Region Stuttgart gibt es keine Brauereien, die nur Bio-Bier produzieren, in der weiteren Umgebung aber schon. Die laut eigenen Angaben erste Bio-Brauerei in Deutschland war die Brauerei Lammsbräu im bayerischen Neumarkt.

Bio-Saft gibt es auch aus der Region Stuttgart, etwa von Beutelsbacher aus Weinstadt (Rems-Murr-Kreis). Und wer etwas Besonderes (und Teureres) in den Adventskalender packen möchte, kann die alkoholfreien Wein- und Schaumweinsorten von Jörg Geiger verschenken, die kommen aus Schlat im Kreis Göppingen.

Lebendiger Adventskalender in vielen Orten

Nicht um Konsum, sondern um Besinnlichkeit geht es bei den lebendigen Adventskalendern. Das sind Veranstaltungsreihen, die es in vielen Kommunen gibt. Jeden Abend trifft man sich an einem Ort in der Stadt oder der Gemeinde, singt zum Beispiel im Garten gemeinsam, einer liest eine Geschichte vor oder man trinkt einen Punsch. Einen lebendigen Adventskalender gibt es dieses Jahr zum Beispiel in Fellbach.