Olympia 2020 ist wegen des Coronavirus verschoben – und nun? Frank Stäbler – der Traum ist nicht zu Ende

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Olympia 2020 war ihr Ziel – nun wird daraus Tokio 2021. Wie gehen die Spitzensportler aus der Region mit diesen neuen Vorzeichen um? Wir haben nachgefragt – zum Beispiel bei Ringer Frank Stäbler.

Frank Stäbler jubelt: er wird 2020 in Rom Europameister. Foto: AP/Alessandra Tarantino
Frank Stäbler jubelt: er wird 2020 in Rom Europameister. Foto: AP/Alessandra Tarantino

Stuttgart - Der sonst so lebensfrohe Musberger Ringer Frank Stäbler befand sich drei Tage in einem Loch. Als die Nachricht von der Verschiebung der Olympischen Spiele kam, stürzte ihn das in eine nie da gewesene Krise, obwohl alle Anzeichen auf eine Absage hingedeutet hatten. „Das war eine Horrornachricht und wie ein Schlag ins Gesicht, den ich erst einmal verarbeiten musste“, erinnert sich Stäbler, der bei seinen letzten Sommerspielen unbedingt seine erste olympische Medaille gewinnen wollte. Der Welt- und Europameister hat da noch eine Rechnung offen.

Lesen Sie hier: Kommentar zur Olympiaverschiebung

Als der Schock dann verdaut war, sprach der Ringer mit seinen Trainern und Familienmitgliedern darüber, wie es jetzt wohl weitergehen könnte. Das Ergebnis: Stäbler bleibt auf der Matte. Vor allem die Nachricht, dass die bereits absolvierte Qualifikation auch für die auf den Sommer 2021 vertagten Spiele gilt, war ausschlaggebend für seine Entscheidung, die Karriere, die er nach Tokio 2020 eigentlich beenden wollte, doch noch um ein Jahr zu verlängern. „Andernfalls wäre es vorbei gewesen. Ich wollte nicht noch öfter als einmal mein Gewicht herunterkochen müssen“, meint der 30-Jährige und nennt die Gründe. In seinem Alter sei im Training ohnehin alles ein wahrer Kraftakt. Durch die Verschiebung, so glaubt er, senken sich nun auch seine Chancen auf eine Medaille, denn jünger wird Stäbler ja nicht. „Wenn es trotzdem klappt, dann ist die Freude natürlich umso größer“, sagt er und macht sich Mut. „Ich lebe meinen Traum also weiter.“

Zeit für andere Sportarten

Momentan lässt es Frank Stäbler ruhig angehen – es gibt ja auch kein großes Ziel mehr, auf das er sich vorbereiten muss. Durch die Verschiebung ist er aus dem Trainingsrhythmus geworfen worden – so wie andere Athleten auch. Da der Musberger nun mehr Zeit hat, möchte er in den kommenden drei Monaten einfach nur machen, was ihm Spaß macht. „Ich will da andere Sportarten ausprobieren und auch richtig mit dem Wandern anfangen“, sagt der Mann, der zurzeit auch als Bauherr zu tun hat. Gespräche über nun nötige Vertragsverlängerungen mit Sponsoren, die möchte Stäbler derweil erst führen, wenn die Corona-Krise abgeklungen ist. „Meine Partner haben in diesen Tagen andere Probleme“, sagt er, „ich hoffe jetzt nur, dass es ihnen allen gut geht.“

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