Weitsprung bei Olympia 2021 Im letzten Sprung zum Glück: Malaika Mihambo gewinnt Gold

Kann ihr Glück kaum fassen: Malaika Mihambo Foto: dpa/Michael Kappeler
Kann ihr Glück kaum fassen: Malaika Mihambo Foto: dpa/Michael Kappeler

Malaika Mihambo hat als erste Deutsche seit 21 Jahren Olympia-Gold im Weitsprung gewonnen. Zuletzt hatte sich Heike Drechsler 1992 und 2000 in die olympische Siegerliste eingetragen.

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Tokio - Der Weltmeisterin Malaika Mihambo ist im Weitsprung-Krimi von Tokio eine goldene Punktlandung gelungen. Im Olympia-Finale triumphierte die 27-Jährige von der LG Kurpfalz am Dienstag im letzten Versuch mit 7,00 Metern. „Der Wettkampf hört erst nach dem sechsten Versuch auf. Ich hätte gerne schon im fünften Versuch oder im vierten Versuch mich vorgekämpft, damit ich nicht in diese unschöne Lage im sechsten Versuch komme, noch abwarten zu müssen, was die anderen draus machen“, sagte Mihambo im ZDF.

Silber sicherte sich die bis zum fünften Durchgang führende viermalige Weltmeisterin und London-Olympiasiegerin Brittney Reese aus den USA mit 6,97 Metern vor der Weltjahresbesten Ese Brume aus Nigeria. „Das Wichtigste war eben einfach, dran zu bleiben, nie den Glauben zu verlieren und zu wissen, ich habe noch eine allerletzte Chance und die dann auch zu ergreifen“, sagte Mihambo.

Es ist die zweite Medaille für die deutschen Leichtathleten nach Silber der Potsdamer Diskuswerferin Kristin Pudenz.

Monatelang war es alles andere als sicher, ob der zweimaligen „Sportlerin des Jahres“ überhaupt der große Gold-Coup gelingen würde. Vergeblich hatte sie auf dem Weg zum Medaillenkampf monatelang nach dem perfekten Timing zwischen Anlauf und Absprung gesucht, um erneut die Sieben-Meter-Barriere zu überwinden. Anfang Juli gelang ihr dann in Stockholm endlich der erhoffte Sprung auf 7,02 Meter.

Während Mihambo nach ihrem 7,30-Meter-Satz bei der WM 2019 in Doha lange wie schwerelos über sieben Meter geflogen war, ging ihr nach der Pandemie-Pause die Leichtigkeit des Springens verloren. Die Verkürzung des Anlaufs zur Schonung ihres lädierten Rückens von 20 auf 16 Schritte und die Rückkehr zum langen Anlauf gerieten bis nahe an Olympia heran zur Zitterpartie.

Eine Erlösung war deshalb, dass die Olympia-Vierte von Rio in der Qualifikation in Tokio mit 6,98 Metern sicher in das Finale einzog und so weit wie zuvor in der Saison nicht kam. „Ich war mir sicher, dass die Weiten auch kommen, wenn ich mal auf dem Brett bin“, sagte Mihambo - sogar auf eine ähnliche Weite wie bei der WM vor zwei Jahren: „Der Körper vergisst nichts.“

Mailaika Mihambo ist die vierte deutsche Olympiasiegerin im Weitsprung seit 1948. Bei den Sommerspielen 1972 in München gewann Heide Rosendahl-Ecker das erste Gold. Vier Jahre später gelang dies Angela Voigt in Montreal für die damalige DDR. Einen Doppelerfolg feierte Heike Drechsler 1992 in Barcelona und 2000 in Sydney. Die heute 46-Jährige war immer überzeugt, dass Mihambo ihre Nachfolge antreten kann und gab ihr dafür einen simplen Rat: „Sie muss es nur aufs Brett bringen.“

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