Olympia in Sotschi US-Snowboarder Kotsenburg holt erstes Gold

Von SIR/dpa 

Nach der Eröffnung am Freitag geht es rasant zu. Das erste Gold der Winterspiele wird beim Olympia-Debüt der Slopestyler im Snowboard vergeben. Es geht an Sage Kotsenburg aus den USA.

Sage Kotsenburg hat Grund zur Freude! Er ist der erste Goldmedaillengewinner von Sotschi. Foto: dpa 12 Bilder
Sage Kotsenburg hat Grund zur Freude! Er ist der erste Goldmedaillengewinner von Sotschi. Foto: dpa

Nach der Eröffnung am Freitag geht es rasant zu. Das erste Gold der Winterspiele wird beim Olympia-Debüt der Slopestyler im Snowboard vergeben. Es geht an Sage Kotsenburg aus den USA. 

Krasnaja Poljana - Die erste Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi geht an US-Snowboarder Sage Kotsenburg. Im Slopestyle-Finale am Samstag zeigte der 20-jährige Amerikaner mit 93,50 Punkten den am besten bewerteten Lauf. Bei der Olympia-Premiere der spektakulären Sportart sicherte sich der Norweger Staale Sandbech 1,75 Punkte zurück Silber. Mitfavorit Mark McMorris aus Kanada wurde mit 88,75 Punkten Dritter.

Schon nach dem ersten Lauf lag Sieger Kotzenburg vorn. Die Kombination seiner Tricks auf den Rails (Geländern) und Kickern (Sprüngen) überzeugte die Jury ebenso wie die saubere und lässige Ausführung. Der tadelloser Backside 1620 (viereinhalbfache Drehung) des Zweiten der X-Games 2012 war der Jury mehr wert als die Darbietungen der Konkurrenz. Dennoch hinterließen einige Wertungen der Jury bei den Athleten fragende Gesichter.

Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um den Gefrierpunkt erlebten die Zuschauer auf den nicht voll besetzten Tribünen eine sportlich hochklassige, aber nicht immer stimmungsvolle Olympia-Premiere des Slopestyle. Dabei beeindruckten Kotsenburg und Co. die Zuschauer mit waghalsigen Tricks und coolen Auftreten. Die Athleten in den weiten Klamotten und mit den großen, meist verspiegelten Skibrillen mussten das Publikum gleich mehrmals zum Jubeln animieren.

Bronze-Gewinner McMorris hatte sich erst zwei Stunden vor dem Finale für die Medaillenentscheidung qualifiziert. „Ich bin die vergangenen zwei Wochen so oft ins Schwitzen gekommen, da machte mir das nicht mehr so viel aus“, sagte er nach dem Sprung unter die besten Zwölf. Der 20-Jährige hatte sich erst vor zwei Wochen eine Rippe gebrochen.

Schon im ersten Lauf ging der Zweite der X-Games volles Risiko, konnte aber den Triple Cork (dreifache Drehung) beim ersten von drei Kickern nicht stehen. Im zweiten Lauf glänzte er dann mit einem Backside Triple Cork 1440.

US-Superstar Shaun White hatte auf seine Teilnahme an dem Wettkampf verzichtet und schon vor der Qualifikation am Donnerstag zurückgezogen. Der Amerikaner will sich auf die Halfpipe, bei der auch der Deutsche Johannes Höpfl startet, konzentrieren. Dort kann White am Dienstag zum dritten Mal Gold in Serie gewinnen.

Am Sonntag findet das Slopestyle-Finale der Frauen statt. Zu den Favoriten zählt dort Halfpipe-Olympiasiegerin Torah Bright aus Australien. Die 27-Jährige könnte in Sotschi drei Goldmedaillen gewinnen.

Eröffnungsfeier sorgt für unterschiedliche Reaktionen

Nach der feierlichen Eröffnung stehen am Samstag noch weitere vier Entscheidungen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi auf dem Programm. Dabei gehen die deutschen Olympioniken nur als Außenseiter an den Start. Im Biathlon-Sprint der Männer könnte Arnd Peiffer mit etwas Schussglück für die erste deutsche Medaille sorgen. Eisschnellläufer Patrick Beckert hofft über die 5000-Meter-Distanz auf eine Überraschung.

Rodel-Olympiasieger Felix Loch absolviert seine ersten beiden Fahrten auf dem Weg zum erhofften zweiten Gold nach 2010. Die deutschen Skispringer sind in der Qualifikation von der Normalschanze gefordert.

Die Eröffnungszeremonie vor 40.000 Zuschauern im Fischt-Stadion sorgte bei den deutschen Sportlern für unterschiedliche Reaktionen. Für Skispringer Severin Freund war es einfach „okay“, Fahnenträgerin Maria Höfl-Riesch empfand die Zeremonie als „ein Wahnsinnserlebnis“. Die gut zweieinhalbstündige Show war für die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver „von den Emotionen her unbeschreiblich“. Freund fand „London irgendwie offener“. Zum Auftakt des ersten Weltfests des Wintersports in Russland wollte der Funke am Ufer des Schwarzen Meers längst nicht bei allen überspringen.

Um 22.26 Uhr Ortszeit hatte der russische Staatspräsident Wladimir Putin mit der offiziellen Eröffnung das Startsignal für die Spiele gegeben. 27 Minuten später entzündeten die dreimalige Paarlauf-Olympiasiegerin Irina Rodnina und der legendäre Eishockey-Torwart Wladislaw Tretjak am Ende eines über 65.000 Kilometer führenden Fackellaufs gemeinsam das olympische Feuer.