Opernsanierung in Stuttgart Container-City am Nordbahnhof bleibt wohl erhalten

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Bei der großen Diskussion um die eine Milliarde Euro teure Opernsanierung wurde mit der Präsentation zur Neukonzeption der Interimsoper auch klar, dass die Container-City an den Wagenhallen wohl bestehen bleiben kann. Ihre Zukunft war zuvor ungewiss.

Blick auf die Container-City am Nordbahnhof. Diese Aussicht wird es wahrscheinlich auch bis auf Weiteres geben. (Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat
Blick auf die Container-City am Nordbahnhof. Diese Aussicht wird es wahrscheinlich auch bis auf Weiteres geben. (Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Stuttgart - Während das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart um die Finanzierung der eine Milliarde Euro teuren Opernsanierung ringen, können andere Betroffene bei den Wagenhallen am Nordbahnhof aufatmen: Die Rede ist von der Container-City, die Künstler und Kreativschaffende bevölkern. Mit der vergangenen Montag von OB Fritz Kuhn (Grüne) im Verwaltungsrat vorgestellten Neukonzeption der Interimsoper, die gedroht hatte, die Container zu verdrängen, scheinen diese gerettet. Auf den Plänen bleiben die Container vom Interimsstandort unberührt.

Stattdessen sollen die Neubauten für die technischen Einrichtungen von Oper und Ballett im Rosensteinquartier entstehen und nach den sieben kalkulierten Jahren des Umbaus anderweitig weitergenutzt werden.

In den Ratsfraktionen, die sich besonders für das Künstlerdorf eingesetzt hatten, herrscht Freude über die neuen Pläne. „Die mit Städtebaupreisen prämierte Container-City bleibt erhalten“, sagt Luigi Pantisano, SÖS-Stadtrat vom Linksbündnis im Rathaus. Die Stadtisten von der Fraktionsgemeinschaft PULS schließen sich dem an. „Prost und ein dickes Dankeschön an all die, die dieses Stück Raum in der Stadt beleben und gestalten“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite. Beide hatten mit Anträgen für den Erhalt der Container-City gekämpft.

Bewerbung bei IBA 2027 möglich

Für diese gibt es damit auch Hoffnung, sich bei der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 in Stuttgart zu bewerben. Dort soll grundsätzlichen Fragen nachgegangen werden, wie urbanes Leben in Zukunft aussehen soll. Die Zukunft der Container-City war lange unklar, da die formell interimsgenutzte Fläche in den Fokus der Verwaltung geraten war – um sie möglicherweise selbst für die Oper zwischenzunutzen.

Diese Absicht gibt es der aktuellen Planung zufolge nicht mehr. Allerdings dauert es noch ein wenig, bis die jüngst vorgestellten Pläne in Stein gemeißelt sind. Die dafür nötigen Ratsbeschlüsse sind im Frühjahr 2020 geplant. Aber rosiger als heute sah es für die Container-City in letzter Zeit selten aus. Vom Trägerverein des Contain’t-Projekts war am Sonntag leider niemand zu erreichen.

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