Ophüls-Festival startet mit Premiere Rosa von Praunheim zeigt „Darkroom – Tödliche Tropfen“

Von dpa/red 

Rosa von Praunheim hat in Saarbrücken den Max-Ophüls-Ehrenpreis erhalten. Zugleich eröffnete sein Film um einen homosexuellen Serienmörder die 41. Ausgabe des Festivals für junge deutschsprachige Filmemacher.

Szene aus Rosa von Praunheims neuem Film „Darkroom – Tödliche Tropfen“ Foto: Verleih/Verleih
Szene aus Rosa von Praunheims neuem Film „Darkroom – Tödliche Tropfen“ Foto: Verleih/Verleih

Saarbrücken - Das Filmfestival Max Ophüls Preis ist am Montagabend in Saarbrücken mit der Premiere des Films „Darkroom - Tödliche Tropfen“ von Rosa von Praunheim eröffnet worden. Dabei wurde dem 77-jährigen Filmregisseur und Autor der Ehrenpreis für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film verliehen. An der Eröffnungsgala nahmen auch die „Darkroom“-Darsteller Heiner Bomhard und Katy Karrenbauer teil.

Rosa von Praunheim gilt als Ikone der Schwulen- und Lesbenbewegung und wird in Saarbrücken drei weitere Filme präsentieren. Von Praunheim stelle „für die jungen Talente, aber auch für unsere Gesellschaft in seinem vielschichtigen Schaffen ein unbedingtes Vorbild dar“, erklärte die Festivalleiterin Svenja Böttger.

Experimente mit tödlichen Substanzen

Von Praunheims jüngster Spielfilm basiert auf einem Kriminalfall aus dem Jahr 2012 und auf den Gerichtsprotokollen der Journalistin Uta Eisenhardt, die den aufsehenerregenden Prozess um einen homosexuellen Serientäter 2013 begleitet hat. Praunheim erzählt nun mit der ihm eigenen Handschrift die Geschichte eines aus Saarbrücken stammenden jungen Mannes nach, der in der Berliner Schwulenszene ein mörderisches Doppelleben führt: Lars, ein Krankenpfleger und Grundschulreferendar aus Saarbrücken, zieht mit seinem Freund Roland nach Berlin. Zusammen renovieren sie ihre neue Wohnung. Das Glück scheint perfekt. Was Roland jedoch nicht ahnt: Lars schlägt sich heimlich durchs Berliner Nachtleben und experimentiert mit tödlichen Substanzen. Binnen drei Wochen sterben drei Männer, zwei überleben den Tötungsversuch.

Zu den weiteren Festivalgästen soll unter anderen die Schauspielerin Heike Makatsch („Männerpension“, „Hilde“) zählen, der das Tribute des 41. Filmfestivals gewidmet ist. Insgesamt werden in der Festivalwoche vom 20. bis 26. Januar mehr als 150 Filme gezeigt, 63 starten in den Wettbewerben. Dafür werden wieder 16 Auszeichnungen mit Preisgeldern in einer Gesamthöhe von rund 120 000 Euro verliehen. Die Veranstalter rechnen mit rund 40 000 Besuchern. Das Festival findet 2020 zum 41. Mal statt.