Ortsmitte Mönsheim Plan für Ortsmitte in trockenen Tüchern

Von Brunhilde Arnold 

Der Gemeinderat gibt den Startschuss für neue Gebäude. Doch was passiert nun mit den Fledermäusen?

Im Zentrum von Mönsheim tut sich was. Foto: Andreas Gorr
Im Zentrum von Mönsheim tut sich was. Foto: Andreas Gorr

Mönsheim - Jetzt kann es losgehen in der Ortsmitte von Mönsheim: Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan „Ortsmitte Mönsheim mit Diepoldsturm“ in der 1. Änderung beschlossen. Nun kann zum einen der Architekt Andreas Lippeck vom Büro Plankontor auch als Bauherr mit der Umsetzung seiner Pläne beginnen. Er möchte zwischen der Nikolauskirche und dem alten Schlössle ein Wohnhaus errichten. Dort will er drei Wohnungen unterbringen. Außerdem – und das gehört zu seinem Gesamtkonzept – soll das Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene Gebäude Friolzheimer Straße 4, das in Mönsheim Schlössle genannt wird, saniert werden. Dies will Andreas Lippeck aus dem Verkauf der drei Wohnungen im Neubau finanzieren. Auf diese Weise entstehen dann in der Mönsheimer Ortsmitte drei neue und zwei komplett renovierte Wohnungen. Der geänderte Bebauungsplan hat das ausdrückliche Ziel, durch Nachverdichtung von innerörtlichen Flächen Wohnraum zu schaffen.

Abbruch zweier Häuser

Der andere Teil des Bebauungsplans sieht den in der Vergangenheit viel diskutierten Abbruch der beiden Häuser Nummer 3 und 5 an der Pforzheimer Straße direkt gegenüber der Kelter am Marktplatz vor. Beide Häuser gehören inzwischen der Gemeinde. Dort will Markus Mönch von der Mönsheimer Mühle eine Schaubäckerei mit Mühlenladen und eventuell einem Café unterbringen. Ein weiterer Punkt, den der Bebauungsplan jetzt geregelt hat, ist die Gestaltung des Platzes beim Gemeindehaus. Dort soll es einen Pergolahof mit Sitzmöglichkeiten geben. Ebenfalls in diesem Bereich liegt das alte Rathaus, das derzeit umfangreich saniert wird. Dort sollen im oberen Bereich auch zwei Wohnungen entstehen.

Während der Anhörung der Träger öffentlicher Belange, also der beteiligten Behörden, kam es noch zu einigen Änderungen. So erfüllt das alte Rathaus wegen der zahlreichen baulichen Eingriffe nicht mehr die Kriterien eines Kulturdenkmals. Außerdem hat die neue Flussgebietsuntersuchung für den Grenzbach ergeben, dass die überplante Fläche nicht mehr im Bereich eines hundertjährigen Hochwassers (HQ100) liegt.

Es muss „hochwasserangepasst“ gebaut werden

Weil aber das alte Rathaus und der Neubau an der Pforzheimer Straße von einem extremen Hochwasser, dem HQ100-Klima betroffen sein könnten, muss dort „hochwasserangepasst“ gebaut werden. Ausdrücklich aufgenommen werden musste auch der Punkt Schallschutz, den es beim Bau der Häuser zu beachten gilt.

Außerdem gibt es noch tierische Bewohner am Rande der überplanten Ortsmitte, und zwar ganz oben im Dachstuhl der Kirche. Dort haben streng geschützte Fledermäuse eine Wochenstubenkolonie, in der sie in den Sommermonaten von März bis Oktober ihren Nachwuchs aufziehen. Für ein biologisches Gutachten wurden jetzt die Flugwege untersucht und eine artenschutzrechtliche Einschätzung zu den geplanten Bautätigkeiten gegeben. Architekt Andreas Lippeck betonte, dass ein Fledermauskonzept erarbeitet werde.




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