Osttangente in Leinfelden-Echterdingen Geplante Straße wirft Fragen auf

Bisher führt die Max-Lang-Straße unter den Gleisen hindurch ins östliche Gewerbegebiet von Leinfelden. Foto: Philipp Braitinger
Bisher führt die Max-Lang-Straße unter den Gleisen hindurch ins östliche Gewerbegebiet von Leinfelden. Foto: Philipp Braitinger

Für mindestens 14 Millionen Euro wird in Leinfelden (Landkreis Esslingen) eine Osttangente geplant. Auf dem 1,3 Kilometer langen Straßenstück sollen künftig 15 000 Autos am Tag unterwegs sein.

Leinfelden - Das hohe Verkehrsaufkommen ist eines der drängenden Probleme rund um Stuttgart. Eine neue Straße, die sogenannte Osttangente, soll den Verkehr in Leinfelden-Echterdingen künftig ein wenig entzerren. „Besonders Unteraichen ist stark vom Verkehr belastet“, sagt Bürgermeisterin Eva Noller.

Hinzu kommt, dass im Neubaugebiet Schelmenäckerin nicht allzu ferner Zukunft 500 bis 600 Menschen wohnen sollen. „Dort bauen wir ein neues Stück Stadt“, sagt die Bürgermeisterin. Die Osttangente ist aus ihrer Sicht auch deshalb dringend nötig, um die künftigen Bewohner des Neubaugebiets sinnvoll an das Straßennetz anzubinden. Eine Studie aus dem Jahr 2018 geht davon aus, dass die neue Straße von 15 000 Autos am Tag genutzt werden wird.

Bis die Pläne umgesetzt werden, könnte es aber noch dauern. Während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, den Entwurfsplan als Grundlage für das weitere Planungsverfahren vorberatend für den Gemeinderat zu beschließen. Es wurde jedoch kein Beschluss gefasst und das Planungsbüro TTK aus Karlsruhe wieder nach Hause geschickt.

Erster Abschnitt einer Nord-Süd-Verbindung

Die Osttangente soll einmal, als erster Abschnitt einer Nord-Süd-Verbindung, das Gewerbegebiet im Osten Leinfeldens und die Schelmenäcker an das bestehende Straßennetz anbinden. Die Straße samt Fuß- und Radweg neben der Autofahrbahn soll 1,3 Kilometer lang werden. Sie beginnt im Norden von Leinfelden mit einem Kreisverkehr an der Maybachstraße und verläuft dann Richtung Süden bis zur Echterdinger Straße beim Sportpark Goldäcker. Dort soll ebenfalls ein Kreisverkehr gebaut werden.

Entlang der Strecke liegt ein weiterer Kreisverkehr, mit dem die Max-Lang-Straße an die Umgehung angeschlossen wird. Für die Anbindung der Daimlerstraße soll eine Ampelkreuzung eingerichtet werden. Am Kreuzungspunkt mit den S-Bahn-Gleisen soll die Straße unter den Gleisen hindurchgeführt werden. Für die geplante Verlängerung der U 5 ist ebenfalls eine Straßenführung unter den Gleisen hindurch vorgesehen. Zur Anbindung des Fuß- und Radverkehrs zwischen Leinfelden und Echterdingen ist eine Brücke über die Osttangente neben der Brücke der U5-Gleise geplant.

Kommunalpolitisch ist das Projekt umstritten

Die Kosten für die Osttangente werden derzeit auf 14 Millionen Euro beziffert, allerdings ohne die noch notwendigen Kosten für den Grunderwerb. Die Eröffnung der Osttangente ist im Jahr 2026 geplant.

Kommunalpolitisch ist das Projekt umstritten. So bemängelte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Grischtschenko am Dienstag die Planungen für den Radweg. Noch ist unklar, ob dieser durch einen Trog der Straße geführt wird oder nicht. Die Projektleiterin Gesine Krannich vom Büro TTK betonte jedoch, dass bereits im Februar der Streckenverlauf beschlossen worden sei und für den Radweg lediglich einige technische Fragen offen seien. Darüber hinaus kritisierte der Stadtrat Walter Vohl (Freie Wähler), dass auf der Straße drei teure Kreisverkehre eingerichtet werden sollen. „Wer da schnell durchfährt, dem wird schwindelig“, sagte er. Die Planerin entgegnete, dass Kreisverkehre den Verkehr flüssiger als andere Kreuzungen ableiteten. Ein weiterer offener Punkt war der Flächenverbrauch, für den sich SPD-Fraktionsvorsitzende Erich Klauser interessierte.

Stadträte fassen noch keinen Beschluss

Bevor nicht alle Fragen beantwortet waren, schienen zahlreiche Stadträte keinen Beschluss fassen zu wollen. Bis zu einer erneuten Vorstellung sollen die Pläne außerdem mit Landwirten besprochen werden, erklärte Bürgermeisterin Noller. Ein Termin soll Ende Januar stattfinden.

Die Osttangente ist von Feldern umgeben. Landwirte könnten nach dem Bau der Straße die neue Fahrbahn oder den Fuß- und Radweg nutzen, um zu ihren Feldern zu gelangen. An anderen Stellen in der Stadt kommt es bei der gemeinsamen Nutzung von Wegen immer wieder zu Konflikten zwischen Bauern, Autoverkehr, Fußgängern und Radfahrern.




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