Pandemie Erster Corona-Fall im Enzkreis bestätigt

Von und Ulrike Otto 

Das Landratsamt stellt auch in Sindelfingen Container für ein Testzentrum auf.

Ein zweites Testzentrum im Kreis wird in Sindelfingen eingerichtet. Foto: dpa/Felix Kästle
Ein zweites Testzentrum im Kreis wird in Sindelfingen eingerichtet. Foto: dpa/Felix Kästle

Enzkreis/ Kreis Böblingen - Im Enzkreis gibt es den ersten bestätigten Corona-Fall. Das teilte das ­Sozialministerium am Samstag in Stuttgart mit. Laut Gesundheitsamt des Enzkreises handelt es sich dabei um einen 46-jährigen Bürger aus dem Enzkreis, der am Samstag, 7. März, positiv auf Covid19 getestet wurde. Infektionsort ist vermutlich Südtirol. Die Ehefrau und die beiden Kinder zeigten demnach bislang keine Symptome. Die Familie aus Niefern-Öschelbronn stehe aber unter häuslicher Quarantäne und zeige sich sehr kooperativ. Die Kinder seien für zwei Wochen vom Schulbesuch freigestellt, teilt das Landratsamt mit. Weitere Maßnahmen bezüglich des Schulbetriebs sowie zum Freundeskreis der Kinder seien laut Gesundheitsamt im Moment nicht erforderlich.

Zweites Testzentrum kommt nach Sindelfingen

Im Landkreis Böblingen sind bisher drei Fälle bekannt. In Herrenberg wurde am vergangenen Dienstag das landesweit erste Testzentrum in Herrenberg in Betrieb genommen, seitdem folgten weitere Landkreise, darunter auch der Enzkreis. Zudem schaltete das Gesundheitsamt eine Corona-Hotline.

Nicht nur die Hotline wird stark ­genutzt. Auch das Herrenberger Test­zentrum ist ausgelastet. Deshalb soll in Sindelfingen ein zweites ambulantes Testzentrum für Corona-Infektionen aufgebaut werden, teilte das Böblinger Landratsamt am Sonntag mit. In wenigen Tagen soll es seine Arbeit aufnehmen. Ohne vorherige Anmeldung beim Gesundheitsamt ist aber auch dort keine Untersuchung möglich.

50 Menschen zu Hause in Isolation

Bis Sonntag sind im Kreis Böblingen drei Fälle einer ­Infektion mit dem Corona-Virus registriert worden. Rund 50 Personen befinden sich laut der Kreisbehörde aber momentan in häuslicher Isolation. In dem Herrenberger Testzentrum wurde die Kapazität für die Entnahme von Abstrichen bei Verdachtsfällen schon nach wenigen Tagen erweitert. Wurden anfangs täglich 24 Proben genommen, hat sich die Zahl zwischenzeitlich auf 48 verdoppelt. Mit dem zweiten Testzentrum sollen die Abläufe sowie die Erreichbarkeit auch aus der Nordhälfte des Landkreises Böblingen verbessert werden. Die dafür benötigten mobilen Container werden in den nächsten Tagen aufgestellt und für den Betrieb vorbereitet. Das Test­zentrum wird in der Nähe der Praxis der Laborärzte Sindelfingen im ­Vogelhainweg positioniert.

Landrat: Kein Grund zur Panik

„Mit dem zweiten Zentrum können wir künftig noch mehr Personen untersuchen und schnell für Klarheit sorgen, bei wem eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt“, erklärte der Landrat Roland Bernhard. Er bedankte sich bei den beteiligten ­Laborärzten und den niedergelassenen Ärzten für die ­gute Kooperation sowie beim Deutschen Roten Kreuz. Die Bürger ruft er dazu auf, trotz der außergewöhnlichen Umstände Ruhe zu bewahren: „Es gibt keinen Grund zur Panik.“ Wer sich an die Hygieneregeln halte und umsichtig sei, könne seinen Alltag im Wesentlichen ganz normal bewältigen.

Nach Zählung des Landessozialministeriums waren bis Sonntagnachmittag 199 mit Covid19 infizierte Personen in Baden-Württemberg gemeldet. 17 neue Fälle wurden am Sonntag bestätigt. Ein erster Fall wurde zudem im Kreis Calw am Wochenende gemeldet. Im Kreis Ludwigsburg sind derzeit sieben und in Stuttgart neun.

Kontakt:
Die Hotline des Gesundheitsamtes Böblingen ist täglich von 8 bis 20 Uhr besetzt und unter der Rufnummer 70 31/6 63 35 00 erreichbar. Erkrankte und Ärzte sollen diese Nummer wählen, wenn sie eine Ansteckung mit dem Coronavirus vermuten. Im Enzkreis vermittelt der Hausarzt eine eigens dafür ­eingerichtete Telefonnummer.