Paulinenpflege Winnenden Staufermedaille für Thomas Weinmann

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Die Kultusministerin Susanne Eisenmann verabschiedet den Leiter der Paulinenpflege in den Ruhestand.

Ein „Glücksfall“ sagt der Paulinenpflege ade: Thomas Weinmann. Foto: Gottfried Stoppel
Ein „Glücksfall“ sagt der Paulinenpflege ade: Thomas Weinmann. Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden - Mit einer herzlich gehaltenen Rede hat die Kultusministerin Susanne Eisenmann am Freitagnachmittag den Geschäftsführer der Paulinenpflege, Thomas Weinmann, gewürdigt. Um dies möglich zu machen, hatte die CDU-Politikerin, die daraufhin nach Berlin zu den Sondierungsgesprächen im Bundestag flog, sich extra Zeit im Terminkalender „freigeschlagen“. Zu seinem Abschied in den Ruhestand überreichte die Ministerin Weinmann „mit großem Respekt“ die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg. „Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen“, sagte Eisenmann, die den scheidenden Theologen „einen Glücksfall“ für die Paulinenpflege nannte.

Zahlreiche Prominenz zum Abschiedsempfang

Der Andrang zur Verabschiedung war groß. Der 66-jährige Pfarrer hat die diakonische Einrichtung mehr als 23 Jahre lang geleitet und ist dadurch nicht nur in Winnenden und dem Rems-Murr-Kreis eine prominente Person, sondern auch in der gesamten Evangelischen Landeskirche und darüber hinaus. Die Paulinenpflege hatte in die Räume ihres Berufsbildungswerkes im Schelmenholz eingeladen, wo rund 300 Gäste, darunter viele Wegbegleiter Weinmanns, zum Empfang erschienen. Darunter waren der FDP-Landtagsabgeordnete und frühere Landesjustizminister Ulrich Goll, der CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Lorek, Dieter Kaufmann, der Vorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, der Landrat Richard Sigel und sein Vorgänger Johannes Fuchs, Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und sein Vorvorgänger Karl-Heinrich Lebherz. Letzterer erinnerte sich: „Thomas Weinmann hat sein Amt in dem Jahr angetreten, als ich in den Ruhestand gegangen bin.“

Im März 1994 hatte Thomas Weinmann den Vorstand der Paulinenpflege übernommen, zwei Jahre zuvor war er bereits gewählt worden. Der gebürtige Stuttgarter machte in seiner Heimatstadt am Dillmann-Gymnasium Abitur. Danach studierte er zuerst Jura und Volkswirtschaft in Tübingen. Später schwenkte er jedoch auf das für ihn spannendere Studium der Theologie um. Dieses und Jura schloss Weinmann ab, Wirtschaft nicht, er profitierte aber von diesen Kenntnissen. Nach dem Vikariat auf der Schwäbischen Alb war er sieben Jahre lang Pfarrer auf der Gerlinger Höhe. Von dort holte man ihn nach Winnenden.

„Gotteswerk in Menschenhand“

Die Aufgaben der Paulinenpflege sind zahlreich. Als Thomas Weinmann deren Leitung übernahm, waren dort rund 600 Mitarbeiter beschäftigt, heute sind es 1500. „Die Zahl der Menschen, die hier betreut werden, hat sich in Ihrer Amtszeit verdreifacht, heute sind es rund 3700“, sagte Susanne Eisenmann.

Als „Gotteswerk in Menschenhand“ habe Friedrich Jakob Heim, der Gründer der diakonischen Einrichtung, im 19. Jahrhundert deren Aufgaben bezeichnet. Menschen mit und ohne Behinderungen finden hier ein zu Hause, weit über die Landesgrenzen ist die Paulinenpflege für die Arbeit mit Hörbehinderten und taubblinden Menschen bekannt.




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