Personalrochade im Kultusministerium Eisenmann führt das Ministerium mit harter Hand

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Im Kultusressort erwartet Michael Föll einer der schwierigsten Job der Ministerialbürokratie. Seine Vorgängerin ist nicht die erste Frau, die in dem Amt verschlissen wurde – und nicht die erste Spitzenbeamtin, die sich in die zweite Reihe zurückzieht.

Führt das  Kultusministerin mit harter Hand: Susanne Eisenmann. Foto: dpa
Führt das Kultusministerin mit harter Hand: Susanne Eisenmann. Foto: dpa

Stuttgart - Es ist einer der schwierigsten Jobs in der Ministerialbürokratie, der Michael Föll im Kultusministerium erwartet. Für Minister galt es stets als besondere Herausforderung, das komplizierte Ressort in den Griff zu bekommen – und für den jeweiligen Spitzenbeamten nicht minder. Die Abteilungen strotzten vor Selbstbewusstsein und führten gerne ein Eigenleben. Wer gerade an der Spitze stand, schien für sie eher nachrangig.

Susanne Eisenmann hat sich unter den Beamten schnell Respekt verschafft, mit harter Hand und zuweilen ruppigen Ton. Ihre Amtschefin Gerda Windey aber tat sich da offenbar schwerer – und zieht sich nun, offiziell auf eigenen Wunsch, in die zweite Reihe zurück. Sie ist nicht die erste Frau, die den Spitzenposten – vielleicht auch Schleudersitz – im „Kumi“ nach kürzerer Zeit wieder räumt. Vor fünf Jahren schickte der damalige SPD-Ressortchef Andreas Stoch seine Ministerialdirektorin Margret Ruep in den einstweiligen Ruhestand. An ihrer Stelle sollte der Radolfzeller Oberbürgermeister Jörg Schmidt die Verwaltung in den Griff bekommen.

Bauer als Vorbild für Eisenmann

Die Pädagogin und einstige Hochschulchefin war unter Stochs glückloser Vorgängerin Gabriele Warminski-Leitheußer ins Amt gekommen, der Jurist Stoch setzte nun seinerseits auf einen Juristen. Der sollte ihm den Rücken für Reformen freihalten. Doch Ruep wollte sich mit dem Rauswurf nicht abfinden, sondern klagte vor dem Verwaltungsgericht. Als dort zwei Jahre später verhandelt wurde, machte sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Sie sprach von einem „Willkürakt“ und schilderte das Ministerium – so ein Bericht – als „Intrigantenstadel“, in dem munter gegeneinander gearbeitet werde, und das nicht nur mit feinen Methoden. Auch der Begriff „Hexenkessel“ soll gefallen sein. Doch das Gericht ließ die Ex-Amtschefin abblitzen.

Mit dem Rückzug Windeys hat Eisenmann den Wechsel eleganter hinbekommen. Noch vor Jahren galt es als unvorstellbar, dass sich ein Ministerialdirektor zurückstufen lässt – viel zu machtbewusst waren die Amtsinhaber. Doch seit 2016 gibt es ein Vorbild dafür: das Wissenschaftsministerium von Theresia Bauer (Grüne). Nach der Landtagswahl degradierte Bauer ihre Amtschefin Simone Schwanitz zur Abteilungsleiterin, offiziell auf deren Wunsch und mit viel Lob bedacht. So war der Weg frei für ihren neuen Spitzenbeamten Ulrich Steinbach – einen Schwaben, der in Rheinland-Pfalz Karriere gemacht hatte. Was die Rochade Bauer gebracht hat, darüber gehen die Ansichten indes auseinander.

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