Peter Glaser blickt in die Kristallkugel War die Zukunft nicht wundervoll?

Von Peter Glaser 

Und wieder flanieren wir durch eine Linkwolke aus gestrigen Zukunftsverheißungen - und genetischen Tapetenmustern.

Nur ein kleiner Prozentsatz der Autos auf amerikanischen Straßen sind Elektrofahrzeuge. Foto: dpa
Nur ein kleiner Prozentsatz der Autos auf amerikanischen Straßen sind Elektrofahrzeuge. Foto: dpa

Stuttgart - Hier geht es in Zukunft um die Zukunft. Das StZ-Hausorakel Peter Glaser befragt einmal die Woche die Kristallkugel nach dem, was morgen oder übermorgen sein wird – und manchmal auch nach der Zukunft von gestern. Dazu als Bonus: der Tweet der Woche!

Es wird niemanden überraschen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Autos auf amerikanischen Straßen Elektrofahrzeuge sind – es sind weniger als ein Prozent (2012 waren in den USA 254,6 Millionen Autos registriert); auf deutschen Straßen rollen derzeit knapp 19.000 Fahrzeuge mit Elektroantrieb, bei rund 62,4 Millionen Wagen an Gesamtbestand. Etwas überraschender ist die Tatsache, dass das nicht immer so war: im Jahr 1900 wurden 34 Prozent der Automobile in New York, Boston und Chicago von Elektromotoren angetrieben (und etwa 50 Prozent waren dampfbetrieben). Was ist da geschehen? Ein Tipp: Es hat mit dunklen Machenschaften zu tun.

Gesammelter Unsinn

Sauber tabellarisch aufbereitet findet sich im Blog io9 („Wie come from the future") der gesammelte Unsinn aus prominenten Science Fiction-Filmen wie etwa den Klassikern „2001: A Space Odyssey“, „Alien“ oder „Das schwarze Loch“ – fauchende Triebwerke im luftleeren Raum, wo es keinen Schall gibt, zerspritzende Körper im Vakuum oder verschiedene extraterrestrische Welten, auf denen zufällig genau dieselbe Gravitation herrscht wie auf der Erde. Star Trek ist gar nicht erst in die Tabelle mit aufgenommen worden, da es den Rahmen sprengen würde.

Sexy Robot und Verspieltes

Ok, früher zeigte ein hübsches Mädchen am Straßenrand etwas Knie, und wenn dann ein Auto anhielt, kam noch ihr Freund mit Gitarre aus dem Gebüsch und lächelte. Heute macht man das anders.

Die Zukunft hat auch etwas Spielerisches: Die vielen Stunden, die obsessive Computerspieler an ihren Maschinen verbringen, helfen Wissenschaftlern schon jetzt dabei, die komplexen Faltungen von Protein-Molekülen zu erforschen. Das Online-Spiel Foldit erlaubt es den Spielern, auf ihren Rechnern zu Hause mit der Proteinfaltung herumzuspielen und nach den am besten passendsten Konfigurationen mit der niedrigsten Energie zu suchen. Foldit wurde von Teams unter Leitung von Zoran Popovic, Direktor des Center for Game Science, und dem Biochemiker David Baker entwickelt, die beide an der Universität Washington in Seattle arbeiten.

Auch die Mode von morgen wird ihre Inspiration aus der Biotechnik schöpfen. Es muß ja nicht immer Zwiebelmuster sein – hier beispielsweise genetisch inspirierte Stoffmuster. (Bei dem Online-Service Spoonflower kann man sich seine eigenen Stoff- und Tapetenmuster designen).

Atombetriebene Autos

Und nochmal zurück in die Zukunft: 1964, Weltausstellung in New York. Über den Ford Pavilion, die "Ford Wonder Rotunda", schreibt der Autor Richard Barrett: "Die Besucher erhalten eine Vorschau auf neue, stärkere, leichtere Materialien - Metalle, Kunststoffe, Glas - die Entwicklungen aus der Weltraumfahrt in die Gestaltung anspruchsvoller Automobile bringen." Hier eine Impression, die eine Zukunft mit nuklear betriebenen Autos verheißt.

Auch der Computer hatte die Bühne betreten: "Die Stakkatorhythmen der elektronischen Computer sind die neuen Sounds der fortschrittlichen Industrie, Technik und Wissenschaft. Ford plant und baut Computer und nutzt sie in vielerlei Hinsicht, um Automobile höherer Qualität mit geringeren Kosten zu konstruieren. In dieser Computerausstellung werden die Besucher unterhalten - durch eine lebendige und farbenfrohe Präsentation zur Funktionsweise dieser wunderbaren mechanischen Genies".

Und wozu braucht man noch Reifen, wenn man durch einen Zeittunnel fährt? Hier ein Rendezvous im Raume. Auch General Electric hatte herrlich Hinkünftiges zu bieten, beispielsweise die im Stil einer Kuppelstadt gehaltene Demonstration eines Fusionsreaktors.

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Und hier noch wie immer der Tweet der Woche: