Pflanzengift in Tees nachgewiesen Höchstmenge schon durch eine Tasse

Sogenannte Pyrrolizidinalkaloide wurden in mehreren Tees nachgewiesen. (Symbolfoto) Foto: dpa
Sogenannte Pyrrolizidinalkaloide wurden in mehreren Tees nachgewiesen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Ein Verbrauchermagazin des NDR hat verschiedene Kräuter- und Kamillentees von Supermärkten und Discountern getestet. Dabei wurden gesundheitsbedenkliche Pflanzengiftkonzentrationen in mehreren Tees nachgewiesen.

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Hamburg - Verschiedene Kräuter- und Kamillentees namhafter Hersteller sind offenbar mit Pflanzengiften verunreinigt. Einige Belastungen stufen Experten als gesundheitlich bedenklich ein, wie das NDR Verbrauchermagazin „Markt“ am Sonntag vorab mitteilte. Demnach wurden in sechs von dreizehn gängigen Kräuter- und Kamillentees aus Supermärkten und Discountern sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) entdeckt. Bereits in einer Sendung vom 11. Januar 2016 hat Markt Pflanzengift im Tee nachgewiesen. Seitdem habe sich laut NDR offenbar nichts getan.

Diese Pfanzengifte können zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen. „Es besteht die Möglichkeit, dass geringste Mengen ausreichen, um Krebs zu verursachen“, sagte Edmund Maser vom Institut für Toxikologie der Universität Kiel dem Sender. Er forderte, dass jegliche Lebensmittel und somit auch Tees, frei von PA sein sollten. Die Gifte sind in Unkraut enthalten, das zwischen den Teekräutern wächst und mit der Ernte in den Tee gelangen kann.

Höchstmenge schon mit einer Tasse Tee erreicht

Zwar gibt es dem Bericht zufolge keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für PA in Lebensmitteln. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) habe jedoch eine Höchstaufnahmemenge errechnet. Diese liegt bei einem 70 kg schweren Erwachsenen bei 0,49 Mikrogramm pro Tag. Bei den Untersuchungen waren in Tees Werte von bis zu 1,7 Mikrogramm PA pro Liter gemessen. Mit einer großen Tasse Tee hätte man die Höchstaufnahmemenge danach schon erreicht. Konfrontiert mit den Ergebnissen reagierten die betroffenen Unternehmen unterschiedlich. Einige verwiesen auf den fehlenden gesetzlichen Grenzwert, andere teilten mit, sie verfolgten bereits ein Minimierungskonzept bei ihren Tees.




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