Pläne für eine Stadtbahn nach Ditzingen Nächster Halt: Trumpf

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Die Anbindung Ditzingens an das Stadtbahnnetz wird konkret. In den vergangene Monaten wurde weiter daran geplant. Im Gemeinderat stellte der SSB-Chefplaner das Ergebnis vor.

Die U 6 fährt nach Gerlingen, die U13 soll in wenigen Jahren nach Ditzingen fahren und  nahe Trumpf halten . Foto: factum/Andreas Weise
Die U 6 fährt nach Gerlingen, die U13 soll in wenigen Jahren nach Ditzingen fahren und nahe Trumpf halten . Foto: factum/Andreas Weise

Ditzingen - Das Stadtbahndepot an der Markungsgrenze zu Ditzingen nimmt Gestalt an. 48 Züge der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) sollen mittelfristig in der Abstellhalle Platz haben. So konkret die Pläne für das Depot sind, so sehr drängt der Ditzinger OB Michael Makurath (parteilos) darauf, dass mit dem Depot sogleich auch die Weiterführung der Bahnlinie nach Ditzingen geplant wird: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass die Stadtbahn nach Ditzingen fährt“, sagte er, als der Chefplaner der SSB, Volker Christiani, die jüngsten Überlegungen im Ditzinger Gemeinderat vorstellte.

Tatsächlich hatte der Ditzinger Verwaltungschef im Jahr 2018 – als Ditzingen dem Depotstandort an der Markungsgrenze zustimmte – die Weiterführung nach Ditzingen zur Bedingung für das Ja des Gemeinderats gemacht. Der Standort des Depots sei ein interessantes Unterfangen, „wenn es für uns Vorteile bringt“, sagte Makurath damals über die SSB-Pläne, als diese publik wurden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es nun darum, die Gelder für die Wirtschaftlichkeitsprüfung freizugeben. Der Rat bewilligte letztlich 60 000 Euro.

Neue Züge machen das Depot notwendig

Neue Linien und neue Züge machen das Depot notwendig, begründete der SSB-Chefplaner Volker Christiani im Ditzinger Gemeinderat vor der Sommerpause den Bedarf. Lange hatte die SSB im benachbarten Stuttgarter Stadtteil Hausen nach einem geeigneten Standort gesucht. Die Pläne scheiterten dort am Widerstand unter anderem der Landwirte. Jetzt soll das Gebäude zwar immer noch in Hausen, aber im Gewerbegebiet, an der Grenze zu Ditzingen, entstehen. Der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart stimmte bereits zu. Dessen Ja-Wort war notwendig geworden, weil das Depot im regionalen Grünzug liegen wird, also in einem Gelände, das als besonders schutzwürdig gilt.

Ausbau des Stadtbahnnetzes: Lesen Sie hier mehr dazu

Mit dem Bau des Depots geht auch die Verlängerung der Linie U 13 einher. Sie wird von Feuerbach nach Hausen fahren und soll von dort weiter nach Ditzingen geführt werden. Zunächst ist ein Stopp bei Trumpf geplant. Gleichwohl wird in diesem Kontext auch die Anbindung von Thales und des Bahnhofs überlegt. Die Trasse nach Ditzingen war in den vergangenen Monaten modifiziert worden

Doch zunächst muss die Rentabilität des Projekts nachgewiesen werden. Ob die Strecke wirtschaftlich betrieben werden kann, ist unklar. Chefplaner Christiani wollte sich nicht festlegen. „Ich habe es mir abgewöhnt, Prognosen zu geben“ ,sagt er, aber „leicht wird es nicht“. Die Wirtschaftlichkeit muss nachgewiesen werden, um Zuschüsse von Bund und Land für das Projekt zu erhalten.

Schon in der Vorstellung der Pläne vor zwei Jahren, hatte Makurath der Überlegung eine Absage erteilt, sich mit der Anbindung von Hausen an das Streckennetz der U-Bahn zu begnügen. „Das wäre mir zu wenig für den Standort“, sagte er damals. Dies bekräftigte er nun abermals in der jüngsten Sitzung. Seinen Stadträten musste er das nicht zweimal sagen. Kritik gab es aus ihren Reihen keine, allenfalls wurde Skepsis laut. Denn SSB und auch die Stadt Ditzingen sind auf die staatlichen Zuschüsse angewiesen, um das Projekt zu realisieren.

Skepsis an der Wirtschaftlichkeit der Pläne

„Ich möchte ein wenig Wasser in den Wein schütten“, sagte die SPD-Fraktionschefin Sabine Roth. Wenngleich sie wie alle Ratsmitglieder die Anbindung Ditzingens an die Stadtbahn guthieß, blieb sie bei der Frage der Wirtschaftlichkeit skeptisch: „Wir haben eine sehr gute Anbindung“, sagte sie mit Blick auf die im Ort haltende S-Bahn.

Ihr pflichtete der FDP-Rat Horst Ludwig bei. Die vorgelegten Planungen seien zwar „richtig toll“, aber auch er wolle „die Euphorie ein wenig bremsen“. Zunächst müsse das Untersuchungsergebnis auf den Tisch. Ähnliche Zurückhaltung zeigte auch Manfred Grossmann. „Nach Eins kommt Zwei“, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler.




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