Podiumsdiskussion vom Jugendgemeinderat Bei der Ehe für alle herrscht traute Einigkeit

Von Kathrin Klette 

Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten gewährt Jugendlichen interessante Einblicke.

Die Idee des Jugendgemeinderats kommt an: Vor der Diskussion bekommen die Besucher grüne und rote Zettel, mit denen sie Aussagen der Politiker direkt mit Zustimmung oder Ablehnung kommentieren können. Davon machen die Schüler regen Gebrauch. Foto: factum/Granville
Die Idee des Jugendgemeinderats kommt an: Vor der Diskussion bekommen die Besucher grüne und rote Zettel, mit denen sie Aussagen der Politiker direkt mit Zustimmung oder Ablehnung kommentieren können. Davon machen die Schüler regen Gebrauch. Foto: factum/Granville

Renningen - Wie stehen die Bundestagskandidaten für den Landkreis Böblingen zur Ehe für alle, zum zentralen Abitur, zur Flüchtlingskrise, zu Europa – oder zur Legalisierung von Cannabis? Davon konnten sich Schüler aus Renningen am Freitag ein Bild machen. Auf Einladung des Jugendgemeinderats waren Marc Biadacz (CDU), Jasmina Hostert (SPD), Tobias Bacherle (Grüne), Florian Toncar (FDP) und Peter Schimke (Linke, Kandidat für den Kreis Ludwigsburg) zu einer Podiumsdiskussion ins Bürgerhaus gekommen, um sich den Fragen der Moderatoren Luca Lorenzetti und Lukas Knorreck, aber auch denen des jungen Publikums zu stellen. Der Kandidat der AfD, Markus Frohnmaier, hatte seinen angekündigten Auftritt kurzfristig abgesagt.

Zentrales Abitur und Frauenquote

Während die Vertreter von SPD, Linken und Grünen ein zentrales Abitur klar befürworten, halten Toncar und Biadacz das für weniger sinnvoll – auch wenn es trotzdem möglich sein müsse, für die Bewerbung an Universitäten mit Numerus clausus eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen.

Bei den Meinungen zur Frauenquote sieht das Ergebnis ähnlich aus: „Es ist traurig, dass wir so etwas brauchen“, findet Jasmina Hostert. „Aber wir brauchen es.“ Unterstützung von den Vertretern der Linken und Grünen: „Noch immer verdienen Frauen in gleicher Position 25 Prozent weniger als Männer“, beklagt Schimke. CDU und FDP halten dagegen: Die Quote könne für die betreffenden Frauen auch Nachteile haben, glaubt Toncar. „Wenn eine Frau etwas erreicht, weil sie einfach besser war“, bleibe trotzdem der Ruf als „Quotenfrau“ an ihr hängen.

Drogen und Ehe für alle

Marc Biadacz stellt sich als einziger gegen die Legalisierung von Cannabis, alle anderen sprechen sich für eine Gleichberechtigung zu den bereits legalen Drogen aus. „Natürlich muss es auch dann streng kontrolliert werden“, betont Tobias Bacherle im Hinblick beispielsweise auf den Jugendschutz. „Aber Legalisierung heißt auch, den Schwarzmarkt auszuräuchern.“

Allein bei der Ehe für alle, die vom Bundestag am Freitag beschlossen wurde, sind sich alle einig. „Ich hätte mit ,Ja’ gestimmt“, stellt Marc Biadacz klar. Auch wenn er wisse, dass viele in seiner Partei mit diesem Thema zu kämpfen hätten. „Für mich ist das eine christliche Entscheidung.“ Wenn zwei Menschen sich liebten und füreinander einstehen wollten, sollten sie auch heiraten dürfen.




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