Polit-Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen ARD und ZDF kommen sich erneut ins Gehege

Von red/dpa 

Weil sich die TV-Talkshows von Anne Will und Maybrit Illner mehrfach zeitlich überlappt haben, herrscht dicke Luft bei ARD und ZDF. „Nicht zuschauerfreundlich“, hieß es beim Ersten.

Die Moderatorin Anne Will Foto: NDR/Wolfgang Borrs
Die Moderatorin Anne Will Foto: NDR/Wolfgang Borrs

Berlin - Nach Unstimmigkeiten zwischen ZDF und ARD wegen zeitgleich laufender Nachrichtensendungen gibt es nun eine weitere Überlappung bei Polit-Talkshows - das Ganze soll nicht abgestimmt gewesen sein.

Mehrmals zeigte das ZDF in den vergangenen Wochen am späten Sonntagabend Spezial-Talkshowausgaben rund um das Coronavirus mit Maybrit Illner – ihr fester Talkshow-Sendeplatz ist Donnerstagabend. Damit überschneiden sich die Spezial-Ausgaben teilweise mit dem Polit-Talk von Anne Will, der immer sonntagabends im Ersten läuft. Der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, Volker Herres, teilte dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit: „Die Entscheidung des ZDF, sonntagabends ein Spezial mit Maybrit Illner auszustrahlen, wurde mit der ARD/dem Ersten nicht abgesprochen.“

Herres ergänzte, die Überschneidung sei „nicht zuschauerfreundlich, aber wir freuen uns über den großen Zuspruch des Publikums, den Anne Will mit ihren Gesprächssendungen Sonntag für Sonntag in diesen außergewöhnlichen Zeiten erzielt“.

Anne Will: „Es braucht kein Duell“

Die Moderatorin Anne Will zeigte sich zugleich auf Twitter erstaunt. In einem Tweet hieß es: „Ich glaube, es braucht kein ,Duell’ von Sonntagabend-Talks. Ich bin ein großer Fan des @zdf und deren #Nachrichten- und #Politikformaten und fände es deshalb sehr Zuschauer*Innenfreundlich, wenn wir nicht zeitgleich sendeten.“

Unstimmigkeiten hatte es zuletzt zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern wegen der „Tagesthemen“ gegeben. Mitte Februar hatten die ARD-Intendanten beschlossen, die Nachrichtensendung im Ersten freitags auf 30 Minuten verlängern zu wollen und damit die Sendezeit zu verdoppeln. Das ZDF hatte eine zeitliche Überlappung mit dem „heute journal“ kritisiert und auf Regelungen in den Staatsverträgen der öffentlich-rechtlichen Sender verwiesen, wonach bei Änderungen im Programmschema – vor allem bei den Nachrichten – auf ein Einvernehmen hingearbeitet werden soll.