Polizei in Ludwigsburg warnt Betrüger mit mieser Masche

Telefonbetrug ist auf dem Vormarsch – im Kreis Ludwigsburg ist er sprunghaft angestiegen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Telefonbetrug ist auf dem Vormarsch – im Kreis Ludwigsburg ist er sprunghaft angestiegen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Ihre Angehörigen seien mit Coronavirus im Krankenhaus zusammengebrochen, behaupteten Telefonbetrüger, die sich als Ärzte ausgaben, gegenüber ihren Opfern. Die Polizei in Ludwigsburg warnt vor dieser Masche.

Ludwigsburg - Mit einer perfiden Masche haben Betrüger versucht, hohe Geldbeträge von leichtgläubigen Opfern zu erbeuten – was allerdings misslang. Mehrere Bürger hatten sich am Mittwoch beim Polizeirevier Ludwigsburg gemeldet, nachdem sie zuvor von Unbekannten angerufen worden waren. Am Telefon hatten die Fremden vorgegeben, Ärzte von Kliniken in Ludwigsburg oder Stuttgart zu sein, und dann dreiste Behauptungen aufgestellt: Sie versuchten ihre Opfer davon zu überzeugen, dass ein Verwandter wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus zusammengebrochen und nun eine teure Behandlung notwendig sei.

In einem Fall, so berichtet die Polizei, wurden konkret mehr als 30 000 Euro gefordert, die die angerufenen Personen bezahlen sollten. Obwohl von den Betrügern eine tatsächlich existente Telefonnummer eines Krankenhauses genutzt wurde, erkannten die Leidtragenden der Betrugsmasche die Täuschungsversuche, so dass der Plan der Täter fehlschlug.

Telefonbetrüger hauen älteres Ehepaar übers Ohr

Im Gegensatz zu einem aktuellen Fall in Remseck – dort gaben sich Betrüger am Freitag gegenüber einem 83 und 80 Jahre alten Ehepaar aus Neckargröningen als Polizeibeamte aus und gelangten an mehrere Tausend Euro. Diesmal behauptete einer der Täter, Kriminalbeamter zu sein und eine Bande überführen zu wollen, die sich in der Nähe des Ehepaares eingemietet habe. Die Hilfe des Ehepaares sei notwendig, weil die Bande mit der Bank der Senioren zusammenarbeiten würde.

Das Ehepaar sollte mehrere Tausend Euro abheben und einer Kontaktperson an einem vereinbarten Ort übergeben. Bei dem von der Bank ausgezahlten Betrag, behauptete der vermeintliche Kriminalbeamte, handele es sich um Falschgeld, das man später mit echtem Geld wieder erstatten werde. Das verunsicherte Ehepaar hob daraufhin, so berichtet die Polizei, die geforderte Summe ab und brachte das Geld um 12.30 Uhr einem Boten, der etwa 1,60 Meter groß und dunkel gekleidet gewesen sei und ein „südländisches Erscheinungsbild“ gehabt habe.

Die Polizei warnt eindringlich

Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums hat die Ermittlungen übernommen und ruft Zeugen oder weitere Geprellte auf, sich unter der zentralen Telefonnummer 08 00/110 02 25 bei der Kriminalpolizei zu melden. Außerdem warnt die Polizei erneut eindringlich davor, persönliche Daten oder Bankdaten am Telefon an Fremde zu übermitteln. Die Bürger sollten sich im Zweifel an Angehörige, ihre Hausbank oder die Polizei wenden.

Anrufstraftaten haben laut der aktuellen Kriminalstatistik des Ludwigsburger Polizeipräsidiums deutlich zugenommen. 2020 registrierte die Polizei 1094 Anrufe vermeintlicher Polizeibeamter wie derjenigen im Remseck. Sie kamen in 14 Fällen an ihr kriminelles Ziel und erbeuteten 346 000 Euro. 995 dieser Anrufe waren aus dem Ausland eingegangen. Die Zahl der sogenannten Enkeltrick-Anrufe hat sich mehr als verdoppelt, 363-mal wurde er der Polizei vermeldet – der höchste Wert im Fünfjahresvergleich. 355 Fälle blieben im Versuchsstadium stecken, achtmal kamen die Täter allerdings zum Ziel und erbeuteten rund 200 000 Euro. Mittlerweile zeige aber die Aufklärungsarbeit bei den Anrufstraftaten aber Wirkung, berichtet die Polizei; der Großteil der Angerufenen erkenne die Betrugsmaschen, lege auf und informiere die Polizei. Dennoch hätten die Täter immer wieder Erfolg und ergaunerten mitunter große Bargeldsummen.




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