Rosensteinschule in Stuttgart-Nord Schwimmunterricht mit Umwegen

Schwimmunterricht ist Teil des Bildungsplans. Foto: dpa
Schwimmunterricht ist Teil des Bildungsplans. Foto: dpa

Das Hallenbad in Feuerbach ist wegen einer Sanierung geschlossen – doch die Arbeiten dauern wohl länger, als zunächst geplant. Das macht sich auch in Stuttgart-Nord bemerkbar: Der Schwimmunterricht der Rosensteinschule findet vorübergehend im Krankenhaus statt.

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S-Nord - Seit Ende Juli ist das Feuerbacher Hallenbad geschlossen. Schon wenige Tage später sollten eigentlich die Bauarbeiter anrücken – zunächst einmal, um den asbesthaltigen Kitt aus der Fassade zu entfernen. Doch von den angekündigten Arbeiten ist nichts zu sehen. Drei Monate waren für diese ersten Sanierungsschritte angedacht. Der Zeitplan scheint schon jetzt ins Wanken geraten zu sein. Ob wie geplant Ende Oktober mit der umfangreichen Sanierung im Inneren des Bades begonnen werden kann, ist fraglich.

Aus dem Rathaus hört man von Problemen bei der Ausschreibung der Arbeiten. Zu möglichen Verzögerungen wollte aber vor der Sitzung des Bäderausschusses am 30. September weder beim Hochbauamt noch bei den Bäderbetrieben jemand offiziell Stellung nehmen.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Bad länger als die ursprünglich geplanten 24 Monate geschlossen bleibt. Der Präsident der Sportvereinigung Feuerbach, Rolf Schneider, kann nur mit dem Kopf schütteln. Sein Verein ist auf die Wasserzeiten in Feuerbach angewiesen. 22 Stunden pro Woche hat die Sportvereinigung das Bad genutzt. „Und eigentlich bräuchten wir sogar noch mehr Wasserzeiten“, betont Rolf Schneider. Von der Schließung des Hallenbades sind aber auch Schulen betroffen – in Feuerbach, Weilimdorf, Giebel, Bergheim, Hausen und Stuttgart-Nord. „Es stehen nur wenige Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung“, sagt die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, Karin Korn. Im Bad des Robert-Bosch-Krankenhauses gebe es noch freie Kapazitäten, doch nur die ­Rosensteinschule würde derzeit das Angebot annehmen. „Wir finanzieren das und stellen auch einen Bus zur Verfügung“, sagt Karin Korn.

Schüler werden mit dem Bus ins Robert-Bosch-Krankenhaus gebracht

„Wir sind sehr dankbar, dass wir das Bad bekommen haben“, sagt Ingrid Macher, die Rektorin der Rosensteinschule. Diese Lösung habe man gemeinsam mit dem Schwimmverband und der Stadtverwaltung gefunden. Dienstag- und donnerstagnachmittags stehe das Becken in der Klinik für den Schwimmunterricht zur Verfügung, entsprechend habe man den Stundenplan für die Zweitklässler geplant, erklärt Macher. 57 Mädchen und Jungen gehen nun in zwei Gruppen schwimmen. „Für uns ist das kein immenser Aufwand“, sagt die Schulleiterin. Auch ins Feuerbacher Bad seien die Schüler immer mit dem Bus gefahren.

Die anderen Schulen aus Stuttgart-Nord halten ihren Schwimmunterricht überwiegend in Bädern in der Innenstadt ab, sagt Karin Korn. Neben dem Hallenbad Heslach und dem Leo-Vetter-Bad im Osten gebe es noch die Lehrschwimmbecken beim Dillmann-Gymnasium in Stuttgart-West und in der Berger Schule. „Die Bäder sind übers ganze Stadtgebiet verteilt“, erklärt Korn. Wenn da eins ausfalle, komme man schnell an die Grenzen des Machbaren. So könnten die wenigen freien Bahnen der verbliebenen Stuttgarter Hallenbäder aufgrund der Entfernungen und zur Verfügung stehenden Zeiten nicht von den Schulen genutzt werden, die bislang in Feuerbach waren. „Dies bedeutet in der Konsequenz, dass viele Schulen leider während der Sanierung des Hallenbads auf den Schwimmsport verzichten und verstärkt ihre Turn- und Sporthallen nutzen müssen“, sagt die Leiterin des Schulverwaltungsamts.

Bezirksbeirat Weilimdorf möchte ein weiteres Lehrschwimmbad

Für die Weilimdorfer Bezirksbeiräte ist dieser Zustand nicht hinnehmbar. In ihrer jüngsten Sitzung beschlossen die Lokalpolitiker unisono, dass das Amt für Sport und Bewegung schnellstmöglich dafür sorgen solle, dass der Schwimmunterricht an den Schulen wieder stattfinden könne. Ebenso einstimmig sprach sich das Gremium für den Bau eines Lehrschwimmbades in Weilimdorf aus. Im Norden und Westen Stuttgarts sei eine klare Unterversorgung beim Thema Schwimmflächen vorhanden. „Jedes dritte Kind in Stuttgart kann nicht vernünftig schwimmen“, sagte Annekathrin Essig (Grüne). „Die Stadt trägt dafür die Verantwortung.“

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