ARD So will das Erste das Programm am Mittwoch umkrempeln

Der Mittwoch solle „im Zeichen der Mediathek“ stehen, kündigte der ARD-Koordinator Fiktion, Jörg Schönenborn, an. Foto: dpa/Britta Pedersen
Der Mittwoch solle „im Zeichen der Mediathek“ stehen, kündigte der ARD-Koordinator Fiktion, Jörg Schönenborn, an. Foto: dpa/Britta Pedersen

Nutzer der ARD-Mediathek sind aktuell im Durchschnitt 49 Jahre alt. Für die Sender bedeutet das eine Verjüngung des Publikums. Den Trend wollen die Programmmacher fördern und manches umkrempeln.

München - Das Erste wird am Mittwochabend zur besten Sendezeit in Zukunft häufiger Mehrteiler an Stelle von abgeschlossenen Filmen ausstrahlen. Der Mittwoch solle „im Zeichen der Mediathek“ stehen, kündigte der ARD-Koordinator Fiktion, Jörg Schönenborn, am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz des Ersten in München an.

„Das heißt mehr als „Die Filme sind zuerst in der Mediathek zu sehen““, sagte Schönenborn. „Wir werden in der Auswahl der Geschichten ganz besonders auf die Nutzerinnen und Nutzer schauen. Das heißt, wir werden öfter als bisher am Mittwoch nicht einzelne Filme, sondern kleine Reihen haben. Wir schauen bei der Auswahl der Stoffe auf die Zielgruppen der Mediathek.“ Was im Fernsehen als Mehrteiler zu sehen sei, sei in der Mediathek dann als Serie zu finden. Aktuelles Beispiel ist der Krimi „Das Geheimnis des Totenwaldes“ mit Matthias Brandt und Karoline Schuch.

ARD will Portfolio erweitern

Nutzer der ARD-Mediathek sind aktuell im Durchschnitt 49 Jahre alt. Man erreiche somit inzwischen ein Publikum, das „schon deutlich jünger“ sei, sagte der Channel-Manager der ARD-Mediathek, Florian Hager, auch mit Blick auf das höhere Durchschnittsalter der Zuschauer im klassischen linearen Fernsehen.

„Das ist für uns Ansporn, weiter daran zu arbeiten, dass wir eben auch die Um-die-30-Jährigen erreichen“, sagte Hager. Der Oktober 2020 sei der bisher erfolgreichste Monat der Mediathek gewesen. Fast 20 Millionen Abrufe hätten allein die Folgen von „Babylon Berlin“ erreicht. Insgesamt seien alle drei Staffeln bis heute 40 Millionen Mal abgerufen worden.

„Das Geheimnis des Totenwaldes“ zum Beispiel habe bis Mittwoch vor Ausstrahlung in der Primetime des Ersten fast zwei Millionen Abrufe erzielt, sagte Hager. „Wir haben eine Riesenchance, mit der Mediathek das Portfolio der ARD zu erweitern, für Menschen zwischen 30 und 49 auch außerhalb von Krisen an Bedeutung zu gewinnen und damit auch die Marke ARD neu aufzuladen.“

vier bis sechs Neuproduktionen pro Monat

Pro Monat will die ARD-Mediathek laut Hager künftig vier bis sechs Neuproduktionen aus den Genres Serie, Dokumentation, Show und Comedy als „Highlights“ für die Mediathek präsentieren. Das wolle man punktuell auch mit Lizenzen aus dem Ausland ergänzen, etwa mit der britischen Serie „State of the Union“ von Nick Hornby und Stephen Frears oder der norwegischen HBO-Serie „Beforeigners“.

Zu den für 2021 geplanten TV-Highlights zählen auch das Liebesdrama „Little America“ über die Stationierung von US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg in der Pfalz, der Thriller „Die Toten von Marnow“ über Medikamentenversuche an DDR-Bürgern und die Satire „Goldjungs“ über eine legendäre deutsche Bankenpleite in den 1970er Jahren.




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