Prozess in Ludwigsburg Zwei Casino-Betrüger zu Bewährungsstrafen verurteilt

Von Michael Bosch 

Das Amtsgericht verhängt zwei Strafen mit Bewährung gegen Techniker, die für ein Unternehmen mit Sitz in Korntal-Münchingen gearbeitet haben. Sie und ein Dritter hatten mehrere Hunderttausend Euro veruntreut.

Das Amtsgericht Ludwigsburg hat zwei Männer wegen Untreue verurteilt. Foto: jsw/Archiv
Das Amtsgericht Ludwigsburg hat zwei Männer wegen Untreue verurteilt. Foto: jsw/Archiv

Ludwigsburg - Das Amtsgericht Ludwigsburg hat zwei Männer, die eine Spielhallenkette mit Sitz in Korntal-Münchingen zwischen 2016 und 2018 um fast 700 000 Euro geprellt haben, zu Bewährungsstrafen verurteilt, ein dritter Angeklagter kam mit einer Geldstrafe davon.

Gegen den 49-jährigen Hauptangeklagte aus Ludwigsburg verhängte Richterin Carolin Brenner wegen Untreue eine Haftstrafe von zwei Jahren, die sie zur Bewährung aussetzte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in mindestens 25 Fällen Gelder veruntreut hat. Der Mann hatte schon vor dem Gerichtsverfahren bei der Polizei zugegeben, dass er mindestens 30 000 Euro aus Spielautomaten des Betriebs abgezweigt hatte, um sich davon ein Grundstück in Kroatien zu kaufen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Betrag, den der Mann unrechtmäßig eingesteckt hatte, noch wesentlich höher war. 48 800 Euro seines Vermögens werden eingezogen. Der zweite Angeklagte, ein 56-jähriger Ludwigsburger, kam mit einer Geldstrafe davon. Er wurde wegen Beihilfe in einem Fall verurteilt.

Buchhalterin lässt das Trio auffliegen

Ein 51-Jähriger aus Baden-Baden, der wie die anderen auch über mehrere Jahre in der Casino-Kette gearbeitet hatte, bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, er muss 37 000 Euro zurückzahlen. In den übrigen Anklagepunkten wurden die drei Täter freigesprochen.

Aufgeflogen waren die Machenschaften der drei, die die Spielautomaten technisch überwachten und sie leerten, weil eine Angestellte in der Casino-Buchhaltung, die erst relativ kurz im Unternehmen arbeitete, unerklärliche Differenzen zwischen Abrechnungsbelegen und dem tatsächlichen Kontostand entdeckt hatte. Vor Gericht hatten sich die Angeklagten gegenseitig gedeckt. Ihre Erklärungsversuche: Vielleicht habe man sich verrechnet oder die Automaten seien manipuliert worden.