Psychologische Beratung Schnelle und direkte Hilfe in der Coronakrise

Von Martin Haar 

Die Psychologischen Beratungsstellen der Evangelischen Kirche haben sich voll und ganz auf die „sorgenvolle Zeit“ der sozialen Distanz eingestellt und geben übers Telefon, per Videokonferenz oder per E-Mail Stütze und Rat.

Per Telefon  kann sich in diesen Tagen jeder bei der Psychologischen Beratungsstelle der Evangelischen Kirche       helfen lassen. Foto: /Arne Weychardt/images.de
Per Telefon kann sich in diesen Tagen jeder bei der Psychologischen Beratungsstelle der Evangelischen Kirche helfen lassen. Foto: /Arne Weychardt/images.de

Stuttgart - Ausnahmesituationen erfordern außerordentliche Reaktionen. Daher hat auch die Psychologische Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Stuttgart mit ihren Dependancen im Stuttgarter Westen und in Degerloch ihr Angebot modifiziert: Wer in Zeiten der Coronakrise psychologische Schnellhilfe benötigt, kann sich unter den Rufnummer 66 95 90 (Stuttgart) und 7 65 71 51 (Degerloch) melden oder kann im Internet (https://www.evangelische-beratung.info/pbs-stuttgart) die Online-Beratung nutzen. „Wir bieten derzeit Not- und Krisenintervention an“, sagt Dorothee Wolf, die Leiterin der Beratungsstelle: „Entweder wir können sofort helfen oder rufen innerhalb einer halben Stunde zurück.“

18 Beraterinnen und Berater umfassen das Team von Dorothee Wolf. Und wie für alle Menschen, so hat sich auch für die Psychologen viel verändert. „Normalerweise bevorzugen wir den direkten Kontakt und beraten von Angesicht zu Angesicht“, sagt Dorothee Wolf, „aber jetzt haben wir alles aufs Telefon oder auf Videokonferenz umgestellt.“

Neue Arbeitsweise

Freilich haben sich auch die Beratungsthemen grundlegend geändert. Vor der Krise meldeten sich die Menschen überwiegend mit „Alltagsproblemen, die zu Leiden führten“, sagt Wolf. Die Gründe reichten von Paarproblemen, über schwere Situationen in Übergangsphasen oder dem Verlust eines Menschen.

Nun haben sich Dorothee Wolf und ihr Team ganz und gar auf die jetzige Situation, „diese so sorgenreiche Zeit“, eingestellt. Eigens für die Coronazeit hat die Psychologische Beratungsstelle der Evangelischen Kirche einen Werkzeugkasten zusammengestellt, mit dem jeder arbeiten kann. Darin sind handfeste Tipps, um dem Lagerkoller, der Einsamkeit oder Konflikten innerhalb der Familie zu entgehen. Ein weiteres, großes Feld ist die Angst. „Ein häufiges Gefühl bei Menschen, die sich in einer Krise befinden, ist Angst. Zurzeit befinden wir uns durch den Corona-Virus in einer Krisensituation, die uns alle betrifft. Und auch hier reagieren viele Menschen mit Angst. Wir möchten darüber aufklären, warum das eine natürliche Reaktion ist und wie man damit angemessen umgehen kann.“

Tipps gegen die Angst

Das hört sich oft einfacher an, als es umzusetzen ist. Dennoch geben die Psychologen einige Ratschläge, die einem im Umgang mit der Angst helfen können – zum Beispiel sich vertrauten Menschen anvertrauen, die psychisch stabil und zugewandt sind. Alleine die Anwesenheit solcher Menschen könne sehr beruhigend auf das Nervensystem wirken. Ein anderer Tipp lautet: Die eigenen Ängste wahrzunehmen, ohne sich damit zu identifizieren. Überdies helfe es, sich auf die Aspekte zu konzentrieren, die man beeinflussen könne. Oder auf eigene Ressourcen, Vertrautes und Routinen zurückgreifen. Am besten ist freilich, sich in einer Ausnahmesituation direkt an eine der beiden Stellen der Psychologischen Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Stuttgart oder Degerloch zu wenden.

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