Queen Elizabeth II. Zwischen diesen Ansprachen liegen fast 80 Jahre

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1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, wendete sich eine 14-jährige Elizabeth an die britischen Kinder und sprach ihnen Mut zu. In ihrer TV-Ansprache zur Corona-Pandemie erinnert die 93-jährige Queen daran.

Zwischen diesen Bildern liegen fast 80 Jahre: Prinzessin Elizabeth und ihre jüngere Schwester Margaret bei einer Radioansprache im Zweiten Weltkrieg und die 93-jährige Queen bei ihrer Fernsehansprache zur Coronakrise im April 2020. Foto: dpa 35 Bilder
Zwischen diesen Bildern liegen fast 80 Jahre: Prinzessin Elizabeth und ihre jüngere Schwester Margaret bei einer Radioansprache im Zweiten Weltkrieg und die 93-jährige Queen bei ihrer Fernsehansprache zur Coronakrise im April 2020. Foto: dpa

London - Fast 80 Jahre ist es her, aber die Queen selbst erinnert sich offenbar noch gut daran, wie sie sich als 14-Jährige vom Buckingham Palace an ihre Altersgenossen wandte: Es war Oktober 1940 und Großbritannien befand sich im Krieg mit Nazideutschland. Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Margaret sprach Prinzessin Elizabeth in der britischen BBC-Radiosendung „Children’s Hour“ den britischen Kindern Mut zu. Tausende von ihnen waren in Kinderlandverschickungen aus den von Bombenangriffen gefährdeten Städten aufs Land gebracht worden – weit weg von ihren Eltern und ihrem Zuhause.

Die 93-jährige Queen selbst erinnerte in ihrer Ansprache vom Sonntagabend an die Radioansprache, die sie mitten im Zweiten Weltkrieg als junges Mädchen hielt – und zeigte so, für wie ernst sie die Lage in der aktuellen Corona-Krise hält. Auch damals seien Familien voneinander getrennt worden, so die Königin. „Heute wie damals wissen wir im tiefsten Innern, dass es das Richtige ist“, sagte sie. „Aber es werden wieder bessere Tage kommen, wir werden mit unseren Freunden vereint sein, wir werden mit unseren Familien vereint sein. Wir werden uns wiedersehen.“

„Am Ende wird alles gut“

Als 14-Jährige wählte Elizabeth ganz ähnliche Worte: „Meine Schwester Margaret und ich können mit euch fühlen, denn wir wissen aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, von denen getrennt zu sein, die wir am meisten lieben.“ Die Thronfolgerin schwor ihre Altersgenossen aber auch darauf ein, ihren Beitrag in Kriegszeiten zu leisten und die „schneidigen Seemänner und Soldaten“ zu unterstützen. „Am Ende wird alles gut“, tröstete die Prinzessin. „Und wenn der Frieden da ist, ist es an uns, den Kindern von heute, die Welt von morgen zu einem besseren und glücklicheren Ort zu machen.“

Dass sich die Königin abseits der traditionellen Weihnachtsansprachen im Fernsehen an ihr Volk wendet, ist äußerst ungewöhnlich. Erst drei Mal kam es in ihrer seit 1952 dauernden Regentschaft vor: 2002 beim Tod ihrer Mutter, Queen Mum. 1997 nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana. 1991 während des Golfkriegs.

Nüchtern und doch so tröstlich im Ton

„Wir bekämpfen diese Krankheit gemeinsam“, sagte die 93-Jährige, die in ihrem Leben einige Krisen durchstanden hat. „Wenn wir vereint und entschlossen bleiben, werden wir sie überwinden.“ Es war ein sachlicher, aber gerade wegen des nüchternen Tons tröstlicher Auftritt. Die Königin trug ein grünes Kleid, eine schlichte Perlenkette und eine passende Brosche.

1940 schloss Elizabeth ihre Radioansprache so: „Meine Schwester sitzt neben mir und wir wollen jetzt ‚Gute Nacht’ zu euch sagen. Auf geht’s, Margaret.“ Die piepsige Stimme einer zehnjährigen Margaret ist zu hören: „Gute Nacht, Kinder.“ Und dann wieder Elizabeth, so würdevoll, dass man bereits die Monarchin in ihr vorausahnen kann: „Gute Nacht – und viel Glück euch allen!“