Radio-Show „2nach9“ zum Nachhören Warum Walter Röhrl immer noch Spaß am Autofahren hat

Von Peter Lachmann 

Wieder mal haben die „2nach9“-Moderatoren Hörner & Rau was fürs Leben gelernt. Der frühere Rallyewelt-Meister Walter Röhrl ist nicht nur ein erstklassiger Chauffeur. Der Mann ist auch nicht aufs Maul gefallen.

Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl bei der ihm gewidmeten Sonderschau „Genie auf Rädern“ im Porsche-Museum. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl bei der ihm gewidmeten Sonderschau „Genie auf Rädern“ im Porsche-Museum. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Ob es ihm inzwischen nicht leid sei, dass er ständig an sein Alter erinnert werde, fragt eingangs Moderator Tom Hörner. Einerseits schon, meint Walter Röhrl, anderseits sei es auch schön, wenn man es geschafft habe, 70 Jahre alt zu werden. Aber die nächsten Geburtstage, die werde er nimmer groß feiern.

Am 7. März, seinem 70., war der Sportler zu einer Skitour in die Berge aufgebrochen. Es mag für den Tag etwas gebracht haben, aber umso mehr hat ihn der Rummel hinterher eingeholt.

„Ich hätte ein Alter erreicht, in dem man vernünftig wird“

Am Dienstag war Walter Röhrl zu Gast bei der Radio-Show „2nach9“. Stuggi.TV-Chef David Rau und StN/StZ-Redakteur Tom Hörner konnten den Rallye-Star zwar nur am Telefon begrüßen. Aber der sympathische Bayer war präsent, als säße er im Horads-88,6-Studio in Stuttgart-Vahingen.

Röhrl erzählte, dass er nach wie vor große Lust verspüre, ein Auto mit Höchstgeschwindigkeit über eine abgesperrte Strecke zu jagen. „Ich habe den selben Spaß wie vor 40 Jahren. Das ist schon bedenklich. Normalweise hätte ich ein Alter erreicht, in dem man vernünftig wird.“

„Nur Golf hat mich zur Demut gezwungen“

Egal welchen Sport Walter Röhrl in seinem Leben angepackt hat, ob es Rudern, Skifahren oder Radeln war, stets wollte er ihn in Vollendung beherrschten. „Der einzige Sport, der mich zur Demut gezwungen hat, ist das Golfspielen. Aber selbst die Vollprofis können nicht behaupten, dass sie jeden Schlag unter Kontrolle haben.“

Er sei immer schon Perfektionist gewesen, sagte Röhrl. Aber das sei wohl notwendig, wenn man im Rallye-Sport Erfolg haben wolle. Außerdem sei die Sportart ja nicht ganz ungefährlich, da könne man sich keine Fehler erlauben.

10 000 Kilometer mit dem Rad, 250 000 mit dem Auto

Die Lebensleistung des Spitzensportlers lässt sich auch in Kilometern bemessen: Bis vor ein paar Jahren, erzählte Röhrl, sei er im Jahr 10 000 Kilometer mit dem Rennrad und 250 000 Kilometer mit dem Auto gefahren. Einziges Manko des Interviews: Am Welttag der Poesie hat es Moderator Hörner nicht geschafft, seine Fragen in Reimform an den Röhrl zu bekommen.

Noch bis 14. Mai 2017 läuft übrigens im Porsche-Museum in Zuffenhausen die Sonderschau „Genie auf Rädern“. Die Frage, wem die Ausstellung gewidmet ist, erübrigt sich.

Die komplette Radio-Show vom Dienstag kann man hier nachhören.

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