Raidt schreibt Lieber Gérard Depardieu!

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Was beinahe untergangenen wäre: der gallische Obelix hat nun auch noch heimlich einen schwäbischen Pass beantragt.

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Stuttgart - Im ganzen Trubel um ein Drei-Käsehoch-Treffen der FDP und eine Krönungsmesse für einen grünen Hobbit im Stuttgarter Rathaus ist die Nachricht der Woche beinahe untergegangen: Sie, ­lieber Gérard Depardieu, haben nach dem russischen nun auch einen schwäbischen Pass beantragt. Zuvor ist Ihnen aufgefallen, dass der russische Winter für ihren modischen Auftritt als Großgigolo mit stets ­geöffnetem Hemdkragen und einer halb entblößten Heldenbrust keine optimalen Voraussetzungen bietet.

Stuttgart wiederum, so raunte man ­Ihnen zu, verwöhne seine Bürger mit einem mediterranen Klima und einer ­berlusconihaften Milde im Umgang mit vermögenden Menschen. Gerade die ­Landesbank ist Ihnen vermutlich wegen ihres verantwortungsvollen Umgangs mit Kapital nachdrücklich empfohlen worden: Notfalls stehen die Stadt oder das Land für Ihr Geld gerade, das finden Sie verständlicherweise äußerst sympathisch. Es heißt, Sie seien auf der Suche nach einem repräsentativen Penthouse im LBBW-Glaskäfig neben dem Bahnhof fündig geworden.

Bordeaux oder Trollinger im Blut

Als lupenreiner Steuerspar-Schwabe wären Sie uns hoch willkommen, auch weil ihre Liebe zum Wein besser zum Remstal passt als zum putinschen Zarenreich. Vor einiger Zeit sagten Sie, das Fruchtwasser ihrer Mutter habe aus Wein bestanden. Eine Blutanalyse könnte nun klären, ob es sich dabei um Bordeaux oder um Trollinger handelte. Aber auch bei ungünstigen Ausgang gilt die Integrationsmaxime unseres Alt-Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster: Jeder, der in Stuttgart lebt, ist ein Stuttgarter – egal, womit er sich betrunken hat.

Dank Ihnen, lieber Gérard Depardieu, wären wir endlich Weltstädtle. Dann bräuchten wir eine Megamagistrale von Wladiwostok bis nach Stuttgart-Wangen, und Sie könnten wie Napoleon an Bord der transschwäbischen Eisenbahn hin- und herfahren. Bei Ihrem Gewicht würde es nie wieder einen Zug aus den Gleisen lupfen. Mit Ihnen verhält es sich im Übrigen wie mit manchen großen Gewächsen aus dem Weinberg: Am besten ist der Abgang.

Nastrovje! Erik Raidt
Sonderthemen



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