Rallye Dakar Purzelbaum im großen Sandkasten

Von Jürgen Kemmner 

Die Rallye Dakar gilt als die unbarmherzige Königin der Langstrecken-Rallyes. Manchen Besatzungen ist die Herrscherin über Sand, Schotter und Fels gewogen, andere lässt sie die Härte ihrer Macht spüren und befördert sie aus dem Rennen.

Geschüttelt, nicht gerührt: Der Mitsubishi von Cristina Gutierrez Herrero und Copilot Gabriel Moiset Ferrer überschlägt sich beim Überqueren der tückischen Sanddünen. Beide blieben unverletzt. Foto: AP 14 Bilder
Geschüttelt, nicht gerührt: Der Mitsubishi von Cristina Gutierrez Herrero und Copilot Gabriel Moiset Ferrer überschlägt sich beim Überqueren der tückischen Sanddünen. Beide blieben unverletzt. Foto: AP

San Juan de Marcona - Die Rallye Dakar verlangt den Besatzungen der Fahrzeuge alles ab – und manchmal noch mehr. Nani Roma, der Dakar-Sieger von 2014, musste nach einem Unfall mit seinem Mini wenige Kilometer vor dem Ziel der dritten Etappe am Montag aufgeben. Der Spanier wurde noch an der Unfallstelle medizinisch versorgt und für Untersuchungen in ein Krankenhaus nach Lima gebracht. Am Sonntag hatte sich Dakar-Debütant Bryce Menzies (USA) im Mini JCW Buggynach nur sechs Kilometern des zweiten Teilstücks überschlagen, bei dem Unfall brach sich Beifahrer Pete Mortensen den rechten Knöchel. Dagegen ist Markus Walcher aus Deizisau noch weiter im Rennen und belegt bei den Autos einen sehr respektablen Gesamtrang 50. Der 29-Jährige, der in diesem Jahr erstmals an der großen Herausforderung teilnimmt, meisterte die extrem schwierige Fahrt durch die Sanddünen rund um Pisco. „Das war schon absolut heftig, die schwierigsten Dünen die wir je gefahren sind. Viele haben sich überschlagen und ihre Fahrzeuge zerstört“, sagte Markus Walcher, der einen QT Wildcat pilotiert.

Bei den Profis hat Nasser Al-Attiyah (Katar) die dritte Etappe gewonnen und feierte seinen bereits zweiten Tagessieg. Der zweimalige Gesamtsieger und sein französischer Co-Pilot Matthieu Baumel benötigten im Toyota Hilux für die 295 Kilometer lange Wertungsprüfung von Pisco nach San Juan de Marcona 3:09:08 Stunden. Zweiter wurde Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel (Frankreich) im Peugeot mit 4:05 Minuten Rückstand, der Franzose setzte sich damit in der Gesamtwertung an die Spitze – dort liegt der 52-Jährige 3:11 Minuten vor Cyril Despres (Frankreich/Peugeot). Der deutsche Co-Pilot Dirk von Zitzewitz (Karlshof) und der Südafrikaner Giniel de Villiers belegen im Toyota Hilux (11:23 zurück) den fünften Gesamtrang. An diesem Dienstag steht die vierte und bislang längste Wertungsprüfung an. Der Tross bleibt in Peru, es geht über 330 km rund um San Juan de Marcona.

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