Rapper Haftbefehl in Klinik Im Rausch ins eigene Bein geschossen?

Von red 

Wie bei den US-Vorbildern gehören Schusswaffen auch zum Themenkreis deutscher Straßen-Rapper. Der Offenbacher Haftbefehl soll sich nun selbst ins Bein geschossen haben, wie der hessische Rundfunk berichtet.

Der Rapper Haftbefehl bei einem Konzert in der Schweiz Foto: dpa/Gian Ehrenzeller
Der Rapper Haftbefehl bei einem Konzert in der Schweiz Foto: dpa/Gian Ehrenzeller

Frankfurt - Der Rapper Haftbefehl (34) ist am Donnerstag mit einer Schussverletzung ins Klinikum Darmstadt eingeliefert worden, das die in solchen Fällen obligatorische Meldung an die Polizei machte. Das berichtet der Hessische Rundfunk (HR). Aykut Anhan, wie Haftbefehl bürgerlich heißt, habe sich die Wunde im Unterschenkel offenbar unter Drogen- und Alkoholeinfluss selbst zugefügt. Zuvor soll er im Frankfurter Bahnhofsviertel gewesen sein.

Der HR zitiert die ermittelnde Polizei mit den Worten, der Patient verhalte sich „äußerst unkooperativ“. Deshalb seien die Umstände des Vorfalls bislang unklar. Beamte hätten am Donnerstagabend Haftbefehls Privatwohnung und eine Bar im Landkreis Darmstadt-Dieburg durchsucht, aber keine Beweismittel gefunden. Ebenfalls nicht geklärt sei, wieso der Rapper sich erst in Darmstadt ins Krankenhaus begeben habe. Ob ein für den 24. Juli geplantes Autokino-Konzert in Karlsruhe stattfinden kann, steht noch nicht fest.

Er reflektiert das kriminelle Milieu

Der aus Offenbach stammende Aykut Anhan rappt gerne mehrsprachig in einem Mix aus Arabisch, Deutsch, Türkisch und Kurdisch. Seine Künstlernamen gab er sich, als im Jahr 2006 ein Haftbefehl wegen Drogenhandels gegen ihn erlassen wurde, dem er sich durch Flucht in die Türkei entzog. Er gilt als herausragender deutscher Straßen-Rapper. Sein Migrationshintergund ist das bestimmende Element seiner Texte, in denen er auch das kriminelle Milieu reflektiert, dem er nahestand und womöglich noch nahesteht. Auch Drogenhandel und Waffengewalt spielen eine Rolle. Zu seinen erfolgreichsten Alben zählt „Russisch Roulette“ (2014).

Wegen der großen Heimatverbundenheit des Rappers gab es im Zuge der Kolonialismus-Debatte in Offenbach eine Petition, die dortige Bismarckstraße nach Haftbefehl umzubenennen. Im Rathaus zeigte man sich der Idee gegenüber offenbar aufgeschlossen, berichtet der HR.




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