Das Unwetter hat an einigen Orten ein schlimmes Chaos hinterlassen. Die Aufräumarbeiten in der Region Stuttgart werden sich über viele Tage ziehen. Doch wie können Privatpersonen helfen?

Baden-Württemberg: Lea Krug (lkr)

Nachdem sich das Wasser langsam zurückzieht, und die Behörden vielerorts Entwarnung geben, sind zahlreiche Hochwasseropfer in der Region Stuttgart nun mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Kaputte Möbel, Matsch und Unrat häufen sich vor den Häusern – es ist viel zu tun. In Anbetracht der schlimmen Bilder fragen sich viele Menschen in der Region, wie sie Unterstützung leisten können. Doch Schnellschüsse können für neue Probleme sorgen. Wir klären die wichtigsten Fragen und Antworten zu praktischen Hilfe vor Ort.

 

Warum gibt es Warnungen vor unüberlegten Fahrten ins Hochwassergebiet?

„Unkoordiniert in die betroffenen Gebiete ist keine gute Idee. Die Menschen gefährden sich im Zweifel selbst, es gibt die Gefahr von Erdrutschen, Stromschlägen und Ähnliches. Mancherorts ist der Zustand der Gebäude problematisch. Ein Einsatz auf eigene Faust kann gefährlich werden“, erklärt Sven Knödler, Krisenmanager des Roten-Kreuzes im Rems-Murr-Kreis.

Warum gibt es Kritik an einem „Hochwasser-Tourismus“?

Seiner Einschätzung schließt sich auch Rudersbergs Bürgermeister Raimon Ahrens an. „Man sollte hier nicht unnötig herfahren, der Verkehr ist eine große Behinderung.“ Rudersberg im Rems-Murr-Kreis, eine der besonders betroffenen Gemeinden in Baden-Württemberg, habe bereits mit einer Art Hochwasser-Tourismus zu kämpfen.

Ähnliches zeichnete sich auch wenige Kilometer weiter ab. „Wir hatten am Montagnachmittag mit Staus vor Miedelsbach zu kämpfen“, so Dominique Wehrle, Pressesprecher der Stadt Schorndorf. Die Kommunen bitten um eine zielgerichtete Hilfe.

Wie kann man in Rudersberg helfen?

„Wer wirklich helfen will, sollte sich vorher unter unserer Hotline im Rathaus melden“, erklärt Raimon Ahrens, Bürgermeister in Rudersberg. Das Bürgertelefon ist unter der 0 71 83/30 05-0 erreichbar. „Wir brauchen Leute, die bei der Entsorgung des Mülls helfen können, und beispielsweise einen Lkw, Transporter oder Anhänger haben. Der Müll muss aus den Häusern raus“, so Ahrens. Die Details zum Ablauf der Entsorgung bekämen Privatpersonen im Rathaus.

Was hilft Schorndorf-Miedelsbach?

„Über die Stadt haben wir eine Koordinierungsstelle eingerichtet“, sagt Dominique Wehrle, Pressesprecher der Stadt Schorndorf. Telefonisch oder per Mail können sich Helferinnen und Helfer unter der Telefonnummer 0 71 81/6 02 60 11 oder der Mailadresse engagement@schorndorf.de melden.

Was hilft Ebersbach an der Fils?

Ähnlich verhält sich die Lage auch im vom Hochwasser betroffenen Ebersbach an der Fils (Landkreis Göppingen). „In vielen Nachbarschaften hier hilft man sich derzeit gegenseitig“, sagt Bürgermeister Eberhard Keller. Er bittet ebenfalls um eine Koordination mit dem Rathaus, man solle sich bei der Stadtverwaltung (0 71 63/1 61-0) melden.