Reichelt-Affäre Mathias Döpfner entschuldigt sich

Mathias Döpfner: „Ich nehme diese Kritik sehr ernst.“ Foto: dpa/Britta Pedersen
Mathias Döpfner: „Ich nehme diese Kritik sehr ernst.“ Foto: dpa/Britta Pedersen

Nach öffentlich geäußertem Unmut von Verlagen angesichts einer privaten SMS hat der Präsident des Zeitungsverlegerverbands BDZV, Mathias Döpfner, jetzt sein Bedauern ausgedrückt.

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Berlin - Nach Kritik an Äußerungen in einer privaten SMS hat der Präsident des Zeitungsverlegerverbands BDZV, Mathias Döpfner, in einem Schreiben an die Verlage sein Bedauern ausgedrückt. Zugleich bat der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Konzerns um Unterstützung „bei den verbandlichen Aufgaben“.

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das zuvor das Branchenmagazin „Übermedien“ am Sonntag berichtete, schreibt Döpfner als Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) über den teils öffentlich geäußerten Unmut in Verlagen: „Ich nehme diese Kritik sehr ernst. Ich bin dankbar für die Offenheit, die mir eine Orientierung und bessere Einschätzung ermöglicht. Wenn der Ruf der Branche, des BDZV und insbesondere des Präsidentenamts in dieser Woche hierdurch Schaden genommen haben, bedauere ich dies persönlich zutiefst.“

Die SMS löste bei Medienhäusern Unmut aus

Hintergrund sind externe Presserecherchen zum damaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt, den der Medienkonzern Axel Springer in der Folge von seinen Aufgaben entbunden hatte.

Ein Detail in dem Zeitungsbericht speziell zu Döpfner löste bei Medienhäusern in Deutschland Unmut aus. Einige Verlage äußerten sich auch öffentlich, auch das Thema Rücktritt kam auf. In einer älteren privaten SMS hatte der 58-Jährige Reichelt als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet, der noch mutig gegen den „neuen DDR-Obrigkeitsstaat“ aufbegehre. Fast alle anderen seien zu „Propaganda Assistenten“ geworden. Springer hatte das als Ironie eingeordnet.

Innenleben einer bilateralen Unterhaltung

Döpfner ging in dem Verbands-Rundschreiben, das auf Freitag datiert ist, auf die SMS erneut ein: „Sie alle wissen, dass meine kritisierten Äußerungen – Stichworte: DDR-Obrigkeitsstaat und PR-Assistenten – in einer privaten SMS gefallen sind. Sie war Teil eines vertraulichen Dialogs. Worte werden dabei gewöhnlich – Sie werden das nachempfinden können – nicht auf die Goldwaage gelegt. Es gibt so etwas wie ein emotionales, provokantes, irrationales und spontanes Innenleben einer bilateralen Unterhaltung unter vermeintlich sich vertrauenden Leuten. Außenstehende werden das zwangsläufig gar nicht oder bestenfalls falsch verstehen.“

Döpfner: „Herz für freien Journalismus“

Der BDZV-Präsident schrieb weiter: „Die Aufregung kann ich vor diesem Hintergrund nachvollziehen. Es tut mir daher sehr leid, dass diese unvorhersehbare Entwicklung auch den BDZV, die Verlage sowie das Empfinden der Journalistinnen und Journalisten getroffen hat.“ Wer ihn kenne, der wisse, dass „mein Herz für den freien Journalismus schlägt - und ebenso für den Rechtsstaat in dem wir leben“. Sein Wirken und Denken seien genau hierauf ausgerichtet. Er werde nicht nachlassen, hierfür zu kämpfen.




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