Reisekonzern Tui Daimler-Chef Zetsche soll Aufsichtsratschef werden

Von red/dpa 

Der Vertrag des Daimler-Chefs Dieter Zetsche läuft 2019 aus. Für das kommende Jahr hat Zetsche aber offenbar bereits ein neues Amt in Aussicht.

Im Oktober 2018 soll Dieter Zetsche sein neues Amt antreten, wie Tui am Dienstag mitteilte. Foto: dpa
Im Oktober 2018 soll Dieter Zetsche sein neues Amt antreten, wie Tui am Dienstag mitteilte. Foto: dpa

Hannover/Stuttgart - Daimler-Chef Dieter Zetsche soll neuer Chef des Aufsichtsrats beim Reisekonzern Tui werden. Der 64-Jährige soll am 1. Oktober 2018 die Nachfolge von Klaus Mangold (74) antreten, wie Tui am Dienstag mitteilte. Zuvor muss Zetsche bei der Hauptversammlung im Februar in den Aufsichtsrat gewählt werden. Mangold will sein Amt dann zum Ende des Geschäftsjahres im Herbst niederlegen, dann könnte der Aufsichtsrat Zetsche zum neuen Vorsitzenden bestimmen.

Der Daimler-Chef verkörpere „Internationalität und ein ausgeprägtes Gefühl für das Management herausragender Marken“, erklärte Mangold, der seit 2009 im Tui-Aufsichtsrat sitzt und das Gremium seit 2011 als Vorsitzender führt. „Mir persönlich war es wichtig, meine Nachfolge frühzeitig zu gestalten und den Übergang professionell sicherzustellen.“ Bis 2003 saß Mangold selbst im Vorstand der damaligen DaimlerChrysler AG.

Für Daimler ändert sich nichts

Zetsche steht seit fast zwölf Jahren als Vorstandsvorsitzender an der Daimler-Spitze und hat den Autobauer zu zuletzt hohen Renditen geführt. Sein Vertrag läuft Ende 2019 aus. Daimler betonte, der Posten im Tui-Aufsichtsrat ändere für den Konzern nichts. Zetsche saß bis 2016 auch im Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE. Über seine Zukunft wird immer wieder mal spekuliert, unter anderem auch über einen Wechsel in den Daimler-Aufsichtsrat.

Tui war trotz gestiegener Terrorangst in mehreren Urlaubsregionen zuletzt gut unterwegs. Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren vom reinen Reiseverkäufer stärker zum Komplettanbieter gewandelt, vor allem im Geschäft mit Hotels und Kreuzfahrten. Hier erzielt Tui inzwischen auch den Großteil des operativen Gewinns. Im vergangenen Jahr stand unterm Strich ein Milliardengewinn, und auch für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte der Konzern sich ein Plus bei Umsatz und Ergebnis vorgenommen. Am Mittwoch legt Tui Zahlen vor.

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