Reiten Mit doppelter Trainerhilfe auf Platz sechs

Von Frank Häusler 

Ferdinand Talmon vom Leonberger Pferdesportzentrum Benzenbühl liefert in Stuttgart im U 17-Burgpokalfinale als M-Sechster das beste Resultat der drei gestarteten Talente des Pferdesportkreises Böblingen ab.

Ferdinand  Talmon holt sich mit Chambertine  in der Schleyer-Halle auf dem sechsten Rang eine Siegerschleife ab. Foto: Olav Krenz
Ferdinand Talmon holt sich mit Chambertine in der Schleyer-Halle auf dem sechsten Rang eine Siegerschleife ab. Foto: Olav Krenz

Leonberg - Gleich das erste Springen des bis Sonntag noch andauernden German Masters-Turniers in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle hat es kräftig in sich gehabt. Keineswegs auf Höchstmaß erbaute Sprünge sind hier alljährlich zum Auftakt in einer Stilspringprüfung mit Stechen der Klasse M(ittelschwer) zu meistern. Das wussten alle 15 Finalisten, die nicht älter als 17 Jahre sein durften und sich im Saisonverlauf landesweit für den längt etablierten Burgpokal qualifizieren mussten, von vorne herein ganz genau. „Hier kommt es auf das Drumherum an, denn in der Regel“, erklärte Marvin Frey vom PSV Gäufelden und Punktbester dieser Turnierserie, „kennen wir Junioren und vor allem auch unsere Pferde solch einen Hexenkessel wie die Schleyer-Halle überhaupt nicht.“

Als erste der drei Junioren aus dem Kreis Böblingen musste Madlen Dietterle (TV RG Gült­stein) mit der achtjährigen Holsteiner-Stute Canella in den Parcours, mit 15 Jahren die jüngste Reiterin des Trios. Bis auf einen Stangenabwurf an Sprung drei gelang ihr ein starker Auftritt. „Obwohl ich erst seit einer Woche wieder reiten kann“, sagte die junge Stuttgart-Debütantin. Vor vier Wochen erlitt Madlen Dietterle nämlich einen Bänderriss und musste deshalb auch die letzte Qualifikation in Böblingen sausen lassen. Statt des fünften Platzes landete sie mit dem einen Springfehler am Ende an neunter Stelle.

Nach ihr musste dann auch Geheimfavorit Marvin Frey einen Patzer in Kauf nehmen. Auf der Stute Cera (18) kam es an Sprung acht zu einer Verweigerung. „Ich wollte zu perfekt reiten, die Distanz war nach der Kombination ein bisschen weit, und dann wollte ich zu Sprung acht einen Galoppsprung mehr machen“, so der an 13. Stelle gelandete 17-Jährige. Das misslang. „Trotzdem bin ich sehr zufrieden, weil Cera wieder gezeigt hat, was für ein Ausnahmepferd sie noch im hohen Alter ist“, meinte Marvin Frey.

Ferdinand Talmon, wie Frey ebenfalls 17 Jahre alt und als Ranglistenzweiter nach Stuttgart gereist, gelang im Anschluss das beste Ergebnis. Allerdings kam auch er nicht fehlerfrei ins Ziel geritten, reihte sich später aber als Prüfungssechster auf einem begehrten Schleifen-Rang ein. „Vor zwei Jahren habe ich schon meine Premiere hier in Stuttgart gefeiert, war 2016 dann erneut mit Aragon am Start und nun zum dritten und zugleich letzten Mal“, verriet Talmon. „18-jährige Junioren“, bedauerte er, „dürfen im Burgpokal-Finale leider nicht mehr teilnehmen.“

Statt seines eigenen Vierbeiners Aragon nahm der Benzenbühl-Springreiter die neun Jahre alte Württemberger-Stute Chambertine mit nach Stuttgart. Die Erfolge dieser Saison sprachen nämlich bei der Pferdewahl eindeutig dafür. Auf dem Chambertin-Nachkomme, der bis heute in Besitz des Züchter-Ehepaares Karl und Dagmar Ederle (Weilheim) ist, gewann Ferdinand Talmon 2017 drei M-Springen und zuletzt sogar eine höhere Zweisterne-M-Springprüfung.

Das Geheimrezept sind viele wertvolle Tipps von gleich zwei Trainern. „Jörg Widmaier ist nach wie vor mein eigentlicher Trainer. Wenn er aber auf Turnieren unterwegs ist, dann ist immer Jürgen Eberhard aus Weil der Stadt dabei. Und er reitet ja selbst auch erfolgreich im Springen“, berichtete der Sechstplatzierte. Dass der Elftklässler eines Wirtschaftsgymnasiums seinen eigenen Vierbeiner diesmal zu Hause ließ, habe unterdessen noch einen anderen Grund gehabt. „Aragon gönne ich schon eine Winterpause, denn er fühlt sich in der Halle nicht so richtig wohl. Die Lichter und dieser Hallentrubel sind einfach nicht sein Ding“, meinte Ferdinand Talmon.

Chambertine blieb dagegen tatsächlich völlig cool. Nur ein Stangenabwurf am Einsprung in die Zweifach-Kombination musste das Duo hinnehmen. Gewonnen wurde die Stilspringprüfung der Klasse M im abschließenden Stechen von Anna-Maria Weik aus Schwäbisch Gmünd mit Cindy Lou.




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