Der Waiblinger CDU-Oberbürgermeister Frank Nopper sieht „Backnang ganz vorn“, der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann seine Partei zumindest besser als im Bundesdurchschnitt, der Waiblinger Rathauschef Andreas Hesky die Freien Wähler „insgesamt noch sehr gut“. Reaktionen auf die Ergebnisse von Europa- und Regionalwahl.

Die flinksten Zähler hat Kaisersbach. Von dort gingen gestern zumindest die ersten Stimmen-Auswertungen der Europawahl im Waiblinger Landratsamt ein. Um 19.04 Uhr schickte die Behörde die Zahlen an die Landeswahlleiterin und an die Presse. Um 22.22 Uhr stand das vorläufige Endergebnis fest. Am längsten musste man auf die Zahlen aus Weinstadt warten. Die Auszählung der Regionalwahl dauerte indes bis in die Nacht hinein.

Mit rund fünf Prozent in Europa und knapp darunter in der Region hatten die Liberalen alles andere als Anlass zum Jubeln. Doch dem Ergebnis kann der Kernener FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann noch etwas Positives abgewinnen. Schließlich liege man um einige Zehntel über dem Bundesdurchschnitt. Und man könne davon ausgehen, dass die Rems-Murr-Liberalen in der Regionalversammlung ihren einen Sitz behalten werden.

Persönlich zittern musste der Schorndorfer Grünen-Regionalrat Werner Neher nur in Sachen Gemeinderatswahl. Intern war er bei der Kandidatur für die Region dem Schwaikheimer Timo Rapp unterlegen. Für seine Partei hätte er sich bei der Regional- wie bei der Europawahl ein besseres Ergebnis gewünscht. Den Sprung der AfD von Null auf ein zweistelliges Prozentergebnis in Europa – in Spiegelberg wurden die Eurokritiker mit mehr als 15 Prozent die drittstärkste Kraft – sieht Neher zunächst als eine Momentaufnahme.

„Backnang toppt mal wieder alles“, scherzt der Oberbürgermeister und Regionalrat Frank Nopper und bezieht sich auf seine Partei, die CDU. Rund 48 Prozent hätten die Christdemokraten bei der Regionalwahl in der Murrstadt geholt, sagt Nopper. Kreisweit liegt die Partei allerdings um mehr als zehn Prozentpunkte darunter.

„Zu feiern gibt es für uns aus regionaler Sicht eher nichts“, sagt der Vorsitzende der SPD-Regionalfraktion, Harald Raß aus Fellbach am späten Sonntagabend. So wie es derzeit aussehe, habe man in etwa das Ergebnis der letzten Wahl gehalten, man habe sich aber mit dem Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer als Kandidaten Hoffnungen auf ein drittes Mandat gemacht. Wie sich das endgültige Wahlergebnis auf den Rems-Murr-Kreis auswirke, sei noch nicht abzusehen.

„Wir sind alles in allem zufrieden“, sagt Andreas Hesky, der Waiblinger Oberbürgermeister und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Verband Region Stuttgart. Das Ergebnis für die Freien Wähler sei insgesamt noch sehr gut, auch wenn man wie andere Parteien Stimmen zugunsten der AfD eingebüßt habe.