Renningen Auch die Bürger investieren kräftig

Von Kathrin Klette 

Es ist einiges los in der Stadt: Mit dem neuen Schulhaus und dem Baugebiet Schnallenäcker II laufen derzeit zwei richtige Großprojekte. Trotzdem müssen bis zum Jahr 2018 wohl keine neuen Schulden aufgenommen werden.

Im Baugebiet Schnallenäcker II laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Foto: factum/Granville
Im Baugebiet Schnallenäcker II laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Foto: factum/Granville

Renningen - Bereits im Frühling sind die ersten Bewohner im ihre Häuser im Baugebiet Schnallenäcker II eingezogen, das neue Schulhaus und die Mediathek sollen im Oktober eröffnet werden, und der Rankbach in Malmsheim zeigt sich seit der Renaturierung von seiner schönsten Seite. In der Sommer-Presserunde hat die Stadtverwaltung Renningen die größten laufenden und geplanten Projekte der Stadt einmal vorgestellt. Einen Teil davon haben wir hier zusammengefasst: Frisch saniert Für mehrere Millionen Euro haben die Südliche Bahnhofstraße und der Malmsheimer Ortskern ein neues Gesicht erhalten. Zwar sind die öffentlichen Maßnahmen schon vor einer Weile abgeschlossen worden, private Grundstückseigentümer nutzten jedoch weiter die Möglichkeit, Fördermittel vom Land für eigene Modernisierungen zu erhalten. Mehr als 6,4 Millionen Euro haben Privatleute allein in Malms­heim für Investitionen in die Hand genommen. Im Bereich Straßen wird derzeit die südliche Rankbachstraße aufgerissen. Sie bekommt eine neue Asphaltierung, und die Wasserleitungen werden saniert. Auch am Rasenplatz auf dem Sparnsberg in Malmsheim sind die Arbeiten in vollem Gange. Der neue Rollrasen soll vom 10. September an bespielbar sein.

Neu gebaut Für rund 9,5 Millionen Euro entsteht derzeit in Renningen ein neues Schulgebäude sowie eine Mediathek. Die offizielle Eröffnung ist Mitte Oktober. Wegen Problemen beim Anbau der Fassade verzögern sich manche Vorhaben ein wenig, erklärt Bürgermeister Wolfgang Faißt vor Ort. Es könne daher sein, dass die Außenanlagen doch nicht pünktlich zur Eröffnung fertig werden. Ansonsten ist aber alles im Plan. Ärgerlich jedoch: Stellenweise haben sich Jugendliche bereits mit Graffiti „verewigt“. Das Entfernen beziehungsweise die Reparaturen kosten wohl mehr als 5000 Euro.

Nachdem das Feuerwehrhaus in Malms­heim 2015 fertig saniert und umgebaut wurde, laufen nun die Arbeiten am Gerätehaus in Renningen. Rechtzeitig für die 50-Jahr-Feier im Jahr 2017 soll alles unter Dach und Fach sein. Für den neuen Kunstrasenplatz Hirschländer starten die Arbeiten voraussichtlich Anfang August. Ende November, so der Plan, soll das Projekt zum Abschluss kommen.

Entwicklung – innen und außen Die Erschließungsarbeiten im großen Baugebiet Schnallenäcker II wurden im Sommer 2015 beendet, seither tummeln sich dort Kräne und Baufahrzeuge in hoher Zahl. „Baustart war vor nicht mal einem Jahr, und die Ersten sind schon um Ostern eingezogen“, staunt Hartmut Marx, der Leiter des Fachbereichs Planen-Technik-Bauen im Rathaus. Bis Ende 2017 wird das Gebiet mit etwa 14 Hektar Bauland weitgehend besiedelt sein, glaubt die Verwaltung. Ein Bäcker hat bereits seine Ansiedlung angekündigt. Darüber hinaus soll die Innenentwicklung der Stadt weiterhin gefördert werden. Auch wenn sich nach aktuellem Stand innerstädtisch nur noch wenig Potenzial für bebaubare Grundstücke findet, sieht die Verwaltung die Chance auf eine stärkere Verdichtung durch Um- oder Erweiterungsbauten.

Grün, grün, grün Im Bereich Grünflächen und Naturschutz hat beispielsweise der Rankbach zwischen der Brücke Calwer Straße und Brücke Auenweg ein neues Gesicht erhalten. Die Renaturierung hat nicht nur Vorteile für die Umwelt, sondern ebenso in Sachen Hochwasserschutz, weil der Bach nicht nur dank der zusätzlichen Kurven mehr Wasser aufnehmen kann. Schnallenäcker bekommt auf einer Fläche von etwa 1,6 Hektar eine „grüne Lunge“ in Form des Stadtteilparks. Die nicht kompakte, sondern längliche Fläche „schlängelt“ sich von der Nelkenstraße Richtung Süden durchs Baugebiet. Auch diese Maßnahme trägt einen wesentlichen Teil zur Entwässerung bei.

Hochwasserschutz Das wichtigste Projekt, um die Rankbachstadt in Zukunft vor schlimmerem Hochwasser zu schützen, ist ein Mix aus vielen kleineren Vorhaben. Für 1,3 bis 1,9 Millionen Euro (förderfähig) werden entlang des Baches zum Beispiel zusätzliche Dämme entstehen und Mauern erhöht.