Riesenapfel wächst am Kappelberg Der „Big Apple“ von Fellbach

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Darf’s ein bisschen mehr sein? Angelo Trovato hat in Fellbach einen Riesenapfel vom Baum geholt. Rekordverdächtig? Das verraten wir in unserem Artikel.

Angelo Trovatos Riesenapfel bringt 748 Gramm auf die Waage. Foto: Eva Herschmann
Angelo Trovatos Riesenapfel bringt 748 Gramm auf die Waage. Foto: Eva Herschmann

Fellbach - Ganz behutsam hat Angelo Trovato den besonderen Apfel zunächst herumgetragen. In einem kleinen Eimer, der mit weichem Papier ausgelegt war, damit ihn alle unversehrt sehen konnten. Schließlich ist das Kernobst ein außergewöhnliches Exemplar.

Als Angelo Trovato das dicke Ding im Apfelbaum in seinem Garten entdeckte, traute er seinen Augen kaum. Einen solch großen Apfel hatte der gebürtige Sizilianer noch nie gesehen. Vorsichtig hat Angelo Trovato das Obst vom Ast gelöst und daheim auf die Waage gelegt. 748 Gramm zeigte die Skala an. „Das ist ja fast schon ein Kürbis“, sagt er. Für einen globalen Rekord reicht das Gewicht indes nicht.

Der Weltrekord liegt bei 1,8 Kilo

Der größte Apfel der Welt wurde laut „Guinness-Buch der Rekorde“ im Oktober 2005 in Japan von dem Gärtner Chisato Iwasaki geerntet. Er wog 1,8 Kilo, so viel wie noch kein anderer zuvor. Allerdings ist sein stolzer Besitzer Iwasaki auf Zucht und Anbau von Riesenfrüchten spezialisiert, die in Japan gern als Gastgeschenke verwendet und deshalb teuer bezahlt werden. Angelo Trovato hat hingegen nichts Besonderes für seinen Riesenapfel getan. Allein der Baum und das Wetter haben den „Big Apple“ von Fellbach geformt.

Seit 1970 lebt Angelo Trovato in Deutschland, und seit 20 Jahren hat er seinen großen Garten am Kappelberg gepachtet. Neben einem stattlichen Nussbaum stehen dort viele Obstbäume, außerdem wachsen Sträucher, Beeren, Blumen und Gemüse. Der Apfelbaum mit der imponierenden Frucht stand von Anfang an da. „Er ist sicher schon an die 30 Jahre alt“, sagt der Vater von drei Kindern und sechsfache Großvater, der viel Zeit im Garten verbringt – mit seiner Familie, aber auch gern allein.

Das Fruchtfleisch duftet nach Champagner

Eigentlich war Angelo Trovato zum Nüsse sammeln in den Garten gekommen, als er das riesige Etwas entdeckte, das im Geäst hing. Welche Sorte der Apfel ist, weiß der Hobbygärtner nicht. „Es ist sicher kein Tafelapfel, eher ein Mostapfel zum Saften. Er schmeckt jedenfalls etwas mehlig.“ Ein „Manga Super“ ist das Kernobst sicher nicht: Diese Sorte steht für die größten Äpfel der Welt mit einem Stückgewicht bis zu 1,75 Kilogramm und einem festen, saftigen Fruchtfleisch, das nach Champagner duftet.

Nachdem der Riesenapfel auch die Geschäftskollegen von Angelo Trovato zum Staunen gebracht hat, wird er nun verarbeitet. „Zum Backen eignet sich die Sorte durchaus, und der eine Apfel reicht fast für einen ganzen Kuchen“, sagt der 61-Jährige. Da ein Apfelbaum bis zu 100 Jahre alt werden kann, besteht durchaus die Chance, dass irgendwann in Fellbach noch einmal so ein stattliches Stück Kernobst am Kappelberg heranwächst.




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