Riesending-Höhle Arzt erreicht Höhlenforscher

Dieses Bild zeigt Rettungskräfte nahe des Eingangs der Riesending-Höhle. Weitere Bilder zur Rettung des verunglückten Cannstatter Höhlenforschers zeigen wir in der folgenden Bilderstrecke. Foto: dpa 17 Bilder
Dieses Bild zeigt Rettungskräfte nahe des Eingangs der Riesending-Höhle. Weitere Bilder zur Rettung des verunglückten Cannstatter Höhlenforschers zeigen wir in der folgenden Bilderstrecke. Foto: dpa

Mehrere Tage nach dem Unglück in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden ist erstmals ein Arzt bei dem schwer verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser angekommen. Ob der Verletzte transportfähig ist, muss jetzt der Arzt entscheiden.

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Berchtesgaden - Mehrere Tage nach dem Unglück in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden ist erstmals ein Arzt bei dem schwer verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser angekommen. „Der österreichische Arzt und die Italiener haben den Patienten erreicht“, hieß es in einer Textnachricht, den die Helfer über das eigens installierte Funksystem vom Unglücksort in 1000 Metern Tiefe an die Rettungskräfte draußen absetzten.

Ob auch der italienische Arzt schon beim Verunglückten ist, sei unklar, sagte der stellvertretende Chef der Bergwacht Bayern, Stefan Schneider, am Mittwochabend. Der Arzt muss nach der medizinischen Versorgung entscheiden, ob Westhauser transportfähig ist, und wie er nach oben gebracht werden soll. Neue Nachrichten werde es erst am Donnerstagmorgen geben, sagte Schneider.

Der Mediziner aus Österreich war am Dienstag aufgebrochen und gut einen Tag über senkrechte Wände und enge Schächte unterwegs, ehe er den 52-Jährigen erreichte. Westhauser, der seit Jahren in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands forscht, hatte bei einem Steinschlag am frühen Sonntagmorgen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Ein Fall für die Intensivstation

„Es ist so, dass so ein Patient seit mehr als drei Tagen auf der Intensivstation liegen würde“, sagte der Frankfurter Neurochirurg Michael Petermeyer in Berchtesgaden. Westhauser habe aber wahrscheinlich das Schlimmste überstanden. „Die Schwelle der maximalen Gefährdung ist überschritten, aber er ist noch nicht über den Berg“, sagte Petermeyer. „Was jetzt mehr oder minder schicksalhaft und nicht vorhersehbar ist, sind Blutungen.“ Der höhlenerfahrene Mediziner ist angereist, um die Einsatzleitung zu verstärken und bei Bedarf selbst in die Höhle zu gehen.

Petermeyer berät die Retter und ist in Kontakt mit seinen beiden Kollegen unter der Erde, einem Arzt aus Österreich und einem aus Italien. Sobald beide oder einer von ihnen den Patienten erreicht habe, könne die Therapie beginnen - und möglicherweise auch schnell mit der tatsächlichen Rettung begonnen werden. Man müsse abwägen zwischen einer zusätzlichen Gefährdung des Patienten und einem weiteren Abwarten in der Tiefe bei etwa vier Grad, wo es zudem keine intensivmedizinische Betreuung gebe. Sein Zustand ist stabil. Der Höhlenforscher soll ansprechbar sein und mit Hilfe stehen können.




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