Rock & Roll Hall of Fame Das Museum der Rockhelden wird 25 Jahre alt

Von red/dpa 

Wer in die Ruhmeshalle des Rock & Roll kommen will, braucht mehr als bloß einen Hit. Seit einem Vierteljahrhundert steht in Cleveland ein echtes Museum für die Heroen des Rock. Viele Fans kritisieren aber: Zahlreiche wichtige Stars und Bands fehlten immer noch.

Ganz schön pharaonenhaft: Die Rock & Roll Hall of Fame  in Cleveland Foto: dpa/Chris Melzer
Ganz schön pharaonenhaft: Die Rock & Roll Hall of Fame in Cleveland Foto: dpa/Chris Melzer

Cleveland - Von Alice Cooper und Eric Clapton über Joan Baez, Whitney Houston und Leonard Cohen bis hin zu den Beatles und Miles Davis, von Bruce Springsteen und Bob Dylan über Johnny Cash, Aretha Franklin, Tina Turner und Billie Holiday bis hin zu Janet und Michael Jackson: Die Ruhmeshalle des Rock & Roll fasst eine illustre Gesellschaft. Knapp 350 Musiker und Bands sind bislang mit der Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame ausgezeichnet worden. Am 2. September vor genau einem Vierteljahrhundert wurde ihnen mit der Eröffnung eines Museums in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio erstmals auch ein physisches Denkmal gesetzt.

Der auffällige Bau mit gläsernen Pyramiden des 2019 verstorbenen Star-Architekten I. M. Pei steht in Cleveland direkt am Eriesee und gehört zu den größten Attraktionen der Metropole im Mittleren Westen der USA. „Der Rock verbindet uns“, heißt es auf der Webseite des Museums. „Unsere Mission ist klar: Durch die Macht des Rock & Roll zusammenzufinden, zu lernen und zu inspirieren.“

Corona trifft auch die Ruhmeshalle

Während der Bauarbeiten und zur Eröffnung traten Musiker wie Billy Joel, Jerry Lee Lewis, Johnny Cash und Little Richard auf. Seitdem haben nach Angaben der Betreiber mehr als 12,6 Millionen Menschen das Museum besichtigt. In der Coronavirus-Pandemie war die Einrichtung zeitweise geschlossen, ist nun aber mit eingeschränkter Kapazität und unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht wieder geöffnet. Auch kleinere Konzertveranstaltungen finden wieder statt. Das jährliche Konzert zur Aufnahme der neuen Mitglieder musste in diesem Jahr allerdings ausfallen.

Die Idee einer Ruhmeshalle für berühmte Persönlichkeiten des Rock & Roll war in der Musik-Industrie schon Mitte der 80er Jahre entstanden. 1986 wurden dann die ersten Mitglieder aufgenommen, darunter die Sänger Fats Domino, Chuck Berry, Ray Charles, James Brown, Sam Cooke, Buddy Holly, Jerry Lee Lewis, Elvis Presley und Little Richard. 2020 kamen unter anderem die Bands Depeche Mode und Nine Inch Nails hinzu, außerdem posthum die Sängerin Whitney Houston (1963-2012) und der Rapper Notorious B.I.G. (1972-1997).

Mindestens 25 Jahre Wartezeit

Über die Aufnahme entscheiden inzwischen mehr als 1000 Musiker, Musikwissenschaftler und andere Mitglieder der Branche. Auch die Fans können mitreden. Mindestens 25 Jahre müssen seit der ersten Albumveröffentlichung einer Band oder eines Musikers vergangen sein, um aufgenommen zu werden. Auch andere Musikrichtungen haben eigene Ruhmeshallen, allerdings nicht alle mit eigenen Museen.

Die Rock & Roll-Ruhmeshalle stellt nicht alle Fans zufrieden: Unter anderem seien bislang viel zu wenig Frauen aufgenommen worden, schrieb Joe Kwaczala, der einen Podcast über die Hall of Fame moderiert, jüngst beim Branchenmagazin „Vulture“. Kwaczala beschreibt sich selbst als langjähriger Fan der Ruhmeshalle, bezeichnet sie aber auch als „Einrichtung von fraglicher Bedeutung, deren Entscheidungen immer wieder Feuerstürme von Enttäuschung und Wut hervorrufen“. Die Stimmen der Fans und Musikrichtungen wie Elektro und Heavy Metal würden nicht genügend berücksichtigt, kritisiert der Autor - und listet einige Bands und Musiker auf, die immer noch auf ihre Aufnahme in die Ruhmeshalle warten: Pat Benatar, Dave Matthews Band, Kraftwerk und Chaka Khan.




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