Rote Bewegung in Stuttgart angekommen Ladys in Red wollen eine bessere Welt

Von Uwe Bogen 

Um nicht viel weniger als um mehr Herzlichkeit und um eine bessere Welt geht es den Frauen, die Rot tragen: Nach Berliner und Münchner Vorbild gibt es nun auch in Stuttgart einen Red Ladys Club. Was macht die Signalfarbe mit Frauen?

Gründungstreffen des Red Ladys Club von Stuttgart im Restaurant Ritzi. Foto: Andy Werner 7 Bilder
Gründungstreffen des Red Ladys Club von Stuttgart im Restaurant Ritzi. Foto: Andy Werner

Stuttgart - Keine andere Farbe bringt das Gemüt so sehr in Wallung. Mit Rot steht man automatisch im Mittelpunkt. Das Blut ist rot, die Signalfarbe steht für Wut, weckt Lust. Laut Farbenlehre braucht Rot Platz, um prächtig wirken zu können. Wenn eine Frau Rot trägt, drückt sie Selbstbewusstsein und Dominanz aus. Was aber ist, wenn eine Lady in Red nicht allein so intensiv leuchtet, wenn sie auf noch mehr Rot trifft, wenn sich gar 30 Frauen Rot an Rot zusammenrotten? Sind Männer dann endgültig verloren? Oder fahren Frauen im Zickenkrieg die Krallen aus?

„Ich glaube, dass Frauen die Welt verändern können“

Mit roter Energie aufgeladen ist das Gourmet-Restaurant Ritzi an diesem nahezu männerlosen Abend. Frauen mit Herz versammeln sich und wollen unter sich sein. Auch Stuttgart hat nun einen Red Ladys Club. „Ich glaube an weibliche Solidarität und daran, dass Frauen die Welt verändern können“, sagt Clubgründerin Michaela Mumm-von Oldenburg, „es ist an der Zeit, dass Frauen weibliche Werte und Ziele definieren.“ Die Werte, die sie ausruft, lauten: Toleranz, Respekt, keine Diskriminierung, Vielfalt, Schwesterlichkeit.

Die rote Bewegung soll immer größer werden

Vor über einem Jahr ist die neue rote Welle in Berlin gestartet. Schon viel hat die Weltstadt gesehen, was ein bisschen anders ist. Dennoch sorgen Ladys in Red an der Spree stets für Aufsehen und für viele Zeitungsartikel, wenn sie geballt auftauchen.

Die Anwältin Mumm-von-Oldenberg hat sich den Red Ladys Club als Marke schützen lassen und nun Gleichgesinnte in Stuttgart gefunden. Botschafterin dieser Idee ist hier Petra Maria Huber, die kreative und erfolgreiche Frauen ins Ritzi eingeladen hat. „Wir sind kein Business Club“, stellt sie klar, „es geht nicht um egoistisch motiviertes Netzwerken.“ Regelmäßig will man sich treffen und darüber diskutieren, was jede einzelne tun kann, um die Welt mit Empathie ein bisschen besser und gerechter zu machen. Jedes Clubmitglied kann Freundinnen vorschlagen, die in diese Runde passen. Die rote Bewegung für mehr Herzlichkeit soll immer größer werden.

Rot ist ein Statement

Auch Baghwan-Anhänger trugen einst Rot und träumten von Sinn und Liebe. Rot ist ein Statement. Mit roter Wucht wollen die Ladys nun Stuttgart aufmischen. Schon beim ersten Treffen hatten sie viel Spaß und vermissten die Männer nicht. So dynamisch und anregend wie die Farbe Rot ist ein Leben ohne Kompromisse.

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