Rutesheim Der Beginn einer großen Freundschaft?

Von Arnold Einholz 

Perouse bekommt durch die neue Ostumfahrung einen Perosa-Argentina-Platz. Das Straßenschild soll bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages im kommenden Jahr offiziell enthüllt werden.

So oder ähnlich wird das Straßenschild aussehen. Foto: LKZ
So oder ähnlich wird das Straßenschild aussehen. Foto: LKZ

Rutesheim - Was kommt dabei heraus, wenn zwei engagierte Mitarbeiterinnen einer Stadtverwaltung mit Verstand und vor allem mit Herz bei der Sache sind? Natürlich etwas Gutes, wie die jüngste Gemeinderatssitzung gezeigt hat.

Doch von vorn: Damit Perouse nicht im Verkehr erstickt, hat die Stadt jüngst mit dem Bau der Ostumfahrung begonnen, die Rutesheim 4,8 Millionen Euro kosten wird. Die Umfahrung wird die Blechlawine, die täglich durch den Waldenserort zieht, weiter nach Osten vom Dorf weg verlagern. Ein sechs Meter hoher Lärmschutzwall entlastet die Anwohner zusätzlich.

Probleme mit der Straßenadresse

Hinter diesem Wall zum Ort hin entsteht ein recht großzügiges Grundstück. Auf diesem will die Ehninger Großbäckerei Sehne, die gegenwärtig eine Filiale im Perouse hat, Räumlichkeiten für einen Discounter bauen und sie verpachten. Als zukünftiger Mieter steht bereits der Discounter Netto fest. Sehne wird bei dieser Filiale ein Café betreiben. Wenn der Markt im Herbst 2017 steht, braucht er auch eine Anschrift. Das Teilstück der heutigen Kreisstraße von Perouse nach Flacht zwischen der Nordumfahrung und der Einmündung der Hauptstraße in Perouse wird dann eine Gemeindestraße. Mit dem geplanten Kreisverkehr wird sie den Waldenserort mit dem überörtlichen Straßennetz verbinden. Über die Straße wird auch der Lebensmittelmarkt angebunden.

Mit der Namensgebung hat sich auch der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates eingehend in nichtöffentlicher Sitzung beschäftigt. Im Gespräch war unter anderem auch, dieses Teilstück Heimsheimer Straße zu nennen und dem Markt die Hausnummer 1 zu erteilen. Doch das hätte nicht zu den bereits vorhandenen Hausnummern in der Heimsheimer Straße gepasst.

Und so hatten sich die Stadträte im Ausschuss mehrheitlich darauf geeinigt, dem Areal den Namen „Rutesheimer Platz“ zu geben. Der Markt sollte, weil ortsauswärts auf der rechten Seite gelegen, die Hausnummer 2 erhalten. Doch so richtig froh war man mit dieser Namensgebung nicht.

„Zwei junge Damen aus unserer Verwaltung sind aber mit einem viel besseren Vorschlag bei mir vorstellig geworden“, bekannte der Bürgermeister Dieter Hofmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Weil es aus allen Fraktionen so reichlich Lob für den neuen Vorschlag hagelte, wollte sich die Verwaltungsspitze nicht mit fremden Federn schmücken.

Zwei Verwaltungsangestellte haben die beste Idee

Simone Christina vom Hauptamt, die seinerzeit die Sitzung des Ausschusses protokolliert hatte, und die Leiterin des Steueramtes, Corina Linckh, die der Sitzung auch beiwohnte, waren sich am Tag darauf einig, dass ein „Rutesheimer Platz“ in Perouse keine gute Adresse sei. „Wir mischen uns natürlich nicht in die Arbeit des Gemeinderates ein, aber wir fanden, dass Perosa-Argentina-Platz viel besser klingen würde“, sagt die Perouserin Simone Christina. Mit dem italienischen Perosa Argentina, einem der Ursprungsorte der Perouser Waldenser, soll 2017 ein Partnerschaftvertrag unterzeichnet werden.

Beim Bürgermeister rannten sie mit dem Vorschlag offene Türen ein. Und auch die Gemeinderäte waren voll begeistert und billigten ihn einstimmig. Harald Schaber, Chef der Fraktion Unabhängige Bürger Rutesheim, brachte es schmunzelnd auf den Punkt: „Man muss sich richtig ärgern, dass der gute Vorschlag nicht von uns kam.“ Und so steht schon ein weiterer Tagesordnungspunkt für das Partnerschafts-Wochenende im Herbst 2017 fest: Gemeinsam mit den Gästen aus Perosa Argentina wird das Straßenschild enthüllt.




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