Schützenhaus in Rutesheim Wiederaufbau nach Großbrand wird finanzieller Kraftakt

Von Arnold Einholz 

Weil ein Siebenschläfer einen Kurzschluss verursacht hatte, ist das Rutesheimer Schützenhaus im Juni abgebrannt. Für den Verein wird der Wiederaufbau ein finanzieller Kraftakt - denn die Versicherung zahlt nur einen Teil des Schadens.

Ein von Siebenschläfern angenagtes Kabel hatte einen Kurzschluss verursacht.  Foto: SDMG 6 Bilder
Ein von Siebenschläfern angenagtes Kabel hatte einen Kurzschluss verursacht. Foto: SDMG

Rutesheim - Eine wichtige Hürde ist genommen und dem Vereinsvorsitzenden Willi Wendel ist ein Stein vom Herz gefallen. Die Rutesheimer Stadträte haben im zuständigen technischen Ausschuss die Pläne für den Wiederaufbau des Schützenhauses der SG Diana einstimmig gebilligt.

Ein schwerer Brand am 14. Juni hatte das Schützenhaus an der Straße zwischen Rutesheim und Flacht (Kreis Böblingen), das erst im Jahr 2000 neu aufgebaut worden war, stark beschädigt. Zunächst wurde Brandstiftung für möglich gehalten, auch ein technischer Defekt war nicht ausgeschlossen worden, doch dann stellten Brandexperten fest, dass erneut ein Siebenschläfer ein Kabel angenagt und einen Kurzschluss verursacht hat. Im Mai 1999 war das 1966 gebaute Schützenhaus ebenfalls durch einen Kabelbrand beschädigt worden. Auch damals hatte sich ein Siebenschläfer in der elektrischen Installation eingenistet.

Einstimmig haben die rund 140 Mitglieder beschlossen, das Vereinsheim wieder aufzubauen. Die Versicherung wird allerdings nur für einen Teil des Schadens aufkommen, denn der Verein habe nicht ausreichend dafür gesorgt, dass sich die Siebenschläfer nicht erneut einnisten. „Die können ganz schön hartnäckig sei, die haben die Dachziegel hochgelupft, um in der Glaswolle der Dämmung ihre Brut großzuziehen“, weiß Willi Wendel nach Aufräumarbeiten am stark beschädigten Dach.

Kraftakt trotz Zuschüssen

Obwohl die Stadt Rutesheim großzügige Zuschüsse in Aussicht gestellt hat, wird es für den Verein ein finanzieller Kraftakt. Zumal laut Wendel das Vereinsheim durch neue Bauvorschriften um einiges teurer wird als noch vor 18  Jahren. Der Schaden wird zwischen einer halben Million und 600 000 Euro geschätzt. Doch wie viel es letztendlich kosten wird, muss noch genau berechnet werden und zwar nach dem 6. Oktober, wenn die Hauptversammlung des Vereins auch die Zustimmung zu den nun vorgelegten Plänen gibt.

Das Dachgeschoss des zweigeschossigen Schützenhauses muss abgebrochen und wieder neu aufgerichtet werden, erläuterte der Stadtbaumeister Bernhard Dieterle-Bard den Gemeinderäten. Das Erdgeschoss kann wieder hergerichtet, muss aber erneuert werden. Im Dachgeschoss sollen wie bisher der Sitzungsraum, der Jugendraum, das Büro und die Sanitäranlagen wieder aufgebaut werden. Neu hinzu kommt eine Dachgeschosswohnung, die an den Pächter der Gaststätte vermietet wird.

Das bisherige Satteldach wird erneuert. Die Schießhalle für Luftdruckwaffen bekommt ein sehr lang gezogenes und sehr flach geneigtes Blechdach. „Bei der Überdachung handelt es sich um industriell gefertigte Sandwichelemente mit einer Aluminium-Blecheindeckung, das ist die kostengünstigste Lösung“, sagt Wendel. Anstelle des bisherigen Ziegeldaches bekommt das gesamte Vereinheim diese Blecheindeckung. „Da kommen die Siebenschläfer nicht durch“, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt. Zudem sind zwei Rettungswege und Aufstellflächen für die Feuerwehr ausgewiesen. Das Fazit der Rutesheimer Stadtverwaltung: „Öffentliche Belange stehen somit dem Bauvorhaben nicht entgegen.“

Termin: Die Mitgliederversammlung der Schützengilde Diana findet am Samstag, 6. Oktober, um 19 Uhr in den Räumen der Kfz-Werkstatt Wendel, Schillerstraße 58 in Rutesheim statt.




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