Rutesheim Sie lieben ihr Kraut in allen Variationen

Da wird jeder satt: Kiloweise Kraut werden beim Traditionsfest verarbeitet. Foto: factum/Bach
Da wird jeder satt: Kiloweise Kraut werden beim Traditionsfest verarbeitet. Foto: factum/Bach

Beim Perouser Krautfest genießen die Besucher des Traditionsfestes auch in diesem Jahr wieder Hausmannskost. So duftete es im großen Festzelt und in den Gassen rund um die Waldenserkirche nach handfestem und bodenständigem Essen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Rutesheim - Nicht nur mit Kassler oder Ripple ist das in den Herbst und Winter gehörende Sauerkraut hervorragend zu kombinieren. Auch Vegetarier oder Veganer haben das gesunde Kraut längst als wichtiges Nahrungsmittel in ihren Speiseplan integriert. Mit der Pflanze kann man unglaublich vielseitig kochen – das zeigt sich wieder einmal beim Perouser Krautfest. Da gibt es eben nicht nur Sauerkraut mit Kassler, oder mit Kesselfleisch und gekochten Blut- und Leberwürsten, sondern auch Kartoffel-Sauerkaut-Bratlinge, Feuriger Sauerkraut-Eintopf oder Kartoffel-Sauerkraut-Puffer.

Ob Vegetarier oder Fleischesser – das Kohlgemüse ist reich an Milchsäure, Vitamin A, B, C und Mineralstoffen. Außerdem ist es praktisch fettlos und gehört einfach für viele Familien in der Herbst- und Winterzeit auf den Tisch.

So ist das Sauerkraut, oder auch Sauerkohl genannt, international gesehen eines der bekanntesten deutschen Nationalgerichte. Doch auch in den Niederlanden und in Polen ist das Sauerkraut geschichtlich lange schon in den heimischen Speiseplänen integriert. Auch wurde es ganzjährig als Proviant in der Seefahrt eingesetzt, nachdem bekannt wurde, dass der Verzehr von Sauerkraut Skorbut verhindere.

Die Kartoffel hat die Oberhand gewonnen

Im Rutesheimer Teilort Perouse hat sich das Geschäft rund um den spitzen Kohl Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert. Nahezu jeder Landwirt von Perouse hat zu dieser Zeit auch Kraut gepflanzt. Mit Pferdefuhrwerken wurde das Gemüse bis nach Karlsruhe und Heilbronn gefahren. Heute ist das Geschäft rund um den Kohl rückläufig. Die Kartoffel hat längst Oberhand gewonnen. Doch die Perouser halten an ihrem Kraut fest. So sind es insbesondere die Familien Schüle und Schenk, welche die Familientradition mit dem Kraut aufrecht erhalten.

Nicht verwunderlich also, dass neben den Perousern selbst, die Gäste des Perouser Krautfestes von nah und fern angereist kommen. Hier gibt es nicht die klassische Festkost, wie Schnitzel oder Rote Würste. Hier gibt es Schlachtplatten oder auch Wargele zum Sauerkraut. „Das Sauerkraut wird abgekocht mit Weißwein, Fleischbrühe und Speck“, erklärt Emilio Cristina vom Perouser Sportverein und betont: „Am besten läuft das Sauerkraut mit Wargele. Nahezu jeder zweite Teller geht so über den Tresen.“ Rund 140 Helfer sind aus dem Perouser Sportverein in die Festivitäten rund um das Krautfest integriert. Und im nächsten Jahr ist die Mannschaft der Perouser Feuerwehr wieder an der Reihe. Denn an den ungerade Jahreszahlen veranstaltet der Sportverein und an den geraden Jahreszahlen die Feuerwehr das allseits beliebte und urige Traditionsfest.




Unsere Empfehlung für Sie