Samsungs Smartphone Galaxy Fold Braucht man das Falt-Handy – oder kann das weg?

Von Daniel Gräfe 

Technisch ist das Galaxy Fold eine Meisterleistung, aber aktuell noch ein Nischenprodukt, meint Redakteur Daniel Gräfe. Doch das könnte sich ändern.

D J Koh, der Chef von Samsungs Handy-Sparte, präsentiert das neue Falthandy Galaxy Fold. Foto: AFP
D J Koh, der Chef von Samsungs Handy-Sparte, präsentiert das neue Falthandy Galaxy Fold. Foto: AFP

Stuttgart/San Francisco - Samsung lässt die Muskeln spielen. Ein Smartphone, dessen Display sich falten lässt, bringen die Südkoreaner als erster der großen Handy-Hersteller auf den Markt. Eine anderes Modell kann mit dem künftigen Mobilfunkstandard 5G funken. Geschickt hat Samsung seine Präsentation einige Tage vor dem weltgrößten Mobilfunkkongress in Barcelona platziert, wo am Sonntag der Shooting-Star des Smartphone-Markts Huawei ebenfalls faltbare, 5G-taugliche Modelle zeigen könnte. Zumindest für einige Tage hat sich Samsung an die Technik-Spitze gesetzt. Spötter mögen da an Andy Warhols berühmte „15 Minuten Ruhm“ denken.

Und dennoch: Das Falt-Handy ist technisch eine Meisterleistung. Und es ist beeindruckend, wie breit Samsung im Smartphone-Geschäft aufgestellt ist. Im Gegensatz zu Rivalen wie Apple baut Samsung seine Handys selbst, produziert Chips, Displays, Batterien. Selbst als Netzausrüster ist der Konzern zumindest in Asien eine Größe. Doch reicht das, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten? Und besteht für die neue Generation von Falt-Handys überhaupt ein Bedarf?

Noch sind Phablets attraktiver

Kurzfristig wird das Galaxy Fold wohl ein Nischenprodukt bleiben. Geschlossen ist es kleiner als ein gängiges Smartphone und aufgefaltet kleiner als ein Tablet. Viele werden lieber zu den extra-großen Smartphones, den Phablets, greifen, die darüber hinaus dünner und leichter sind. Und nur halb so teuer. Mittelfristig könnten Samsung und andere mit der neuen Geräte-Kategorie punkten: Wenn die entsprechenden Apps und Dienste geschaffen werden, die die Vorteile verschiedener Bildschirmgrößen besser nutzen. Die Verbraucher in Deutschland können deshalb getrost abwarten. Auch was Samsungs 5G-Smartphone angeht, denn für den neuen Mobilfunkstandard sind die Frequenzen hierzulande noch nicht einmal versteigert.

So beeindruckend sie sind: Samsungs technische Muskelspiele werden die aufstrebende chinesische Konkurrenz beim Wettkampf um weltweite Marktanteile kaum aufhalten. Schon weil die Handys von Huawei, Xiamoi & Co. oft günstiger sind als die Rivalen aus Südkorea und den USA. Apple hat Huawei beim Absatz schon von Platz 2 verdrängt. Für Samsung wäre es schon ein großer Erfolg, wenn man sich noch länger als ein, zwei Jahre auf dem Smartphone-Thron halten könnte.

Unsere Empfehlung für Sie