Sanierung des Österreichischen Platzes Im Sommer drohen erhebliche Beeinträchtigungen

Von Georg Linsenmann 

Beim zweiten Abschnitt der Sanierung des Österreichischen Platzes ist die Zufahrt zur Feinstraße blockiert. Der Bezirksbeirat Stuttgart-Süd wurde über den weiteren Fortgang der Arbeiten informiert.

Die Sanierung des Österreichischen Platzes kostet rund sechs Millionen Euro Foto: gli
Die Sanierung des Österreichischen Platzes kostet rund sechs Millionen Euro Foto: gli

S-Süd - Die Sanierung des Österreichischen Platzes gleicht einer Operation am offenen Herzen der Verkehrsinfrastruktur, die über drei Jahre in drei Abschnitten vollzogen wird. Wobei diese wiederum in kleinteilige Abschnitte gegliedert werden, mit diffizilen Verschiebungen des Verkehrs auf dem Ring und während der laufenden Arbeiten. Die Sanierung dieses Knotenpunktes für den stadtein- und stadtauswärts führenden Verkehr ist allerdings unumgänglich. Rund sechs Millionen Euro wird das die Stadt kosten. Davon wurden in der ersten, abgeschlossenen Bauphase, eineinhalb Millionen verbraucht. Wie es jetzt weitergeht, das hat Silvester Koci vom Tiefbauamt in der Sitzung des Bezirksbeirats Süd dargelegt.

Demnach werden die Arbeiten vor Ort am 12. Juni wieder aufgenommen. Eine Terminierung, die einer zentralen Prämisse der Umsetzung insgesamt geschuldet ist: „Wir haben die verschiedenen Stufen wieder so aufgebaut, dass die Phasen mit der größten verkehrlichen Beeinträchtigung in den Sommerferien liegen, wo das Verkehrsaufkommen geringer ist“, betonte Koci. Keinen Zweifel ließ er aber daran, dass „die Beeinträchtigungen erheblich sein werden, denn auf der Paulinenstraßen-Brücke wird während der Sommerferien nur eine Spur zur Verfügung stehen“. Das bedeutet auch, dass die direkte Zufahrt zur Feinstraße dann nicht möglich ist.

Fahrradstraße bleibt erhalten

Entwarnung konnte Koci aber hinsichtlich der Tübinger Straße geben, wo eine temporäre Unterbrechung im Bereich der Cottastraße während des ersten Abschnittes für erheblichen Wirbel gesorgt hatte: „Die Tübinger Straße bleibt beim zweiten und dritten Bauabschnitt durchgängig als Fahrradstraße erhalten“, stellte der Ingenieur klar. Eine Botschaft, die im Gremium durchweg positiv aufgenommen wurde.

Die große Herausforderung ist auch beim zweiten Abschnitt der überörtliche Verkehr: „Wir wollen erreichen, dass möglichst wenig Verkehr von den Bundesstraßen 27a und 14 am Knoten aufschlägt“, erklärte Silvester Koci. So sollen die Autofahrer bereits in der Theodor-Heuss-Straße mit entsprechenden Umleitungen über den Planie-Tunnel einerseits und von der B 27 anderseits auf die Rotebühl- und Rotenwaldstraße in Richtung Schattenring gelenkt werden.

Wenn Ende der Sommerferien 2019 der zweite Bauabschnitt geschafft ist, ist bis März 2020 erst einmal Baupause. Dann aber wird mit dem dritten zugleich der von der Fläche her größte Bauabschnitt in Angriff genommen. Der Vorteil dieses finalen Abschnittes ist laut Koci aber, „dass sowohl die Zufahrt zur Feinstraße als auch die Verbindung zum City-Ring offen sind“, was bedeutet: „Die wesentlichen Verkehrsbeziehungen bleiben erhalten, das Rondell kann umfahren werden.“ Unterbrochen ist in der dritten Phase allerdings die Verbindung zwischen Paulinen- und Weißenburgstraße. Insgesamt betonte Koci, dass die „Aufgabe, ein solches Bauwerk im Betrieb instand zu setzen, bautechnisch relativ anspruchsvoll sei“. Und dabei müsse man „immer mit Überraschungen rechnen“. Gleichwohl gehe er davon aus, „dass wir eine stabile Lösung haben, die wir planmäßig durchführen können“.

Begehrlichkeit geweckt

Im Gremium wurde für die zeitige Schaffung von Transparenz gedankt. Die zeitweilige Sperrung der Zufahrt zur Feinstraße weckte aber auch Begehrlichkeit: Philipp Bucholz (Grüne) würde die sanierungsbedingte Sperrung am liebsten als Dauereinrichtung sehen, „um so dort Ausweichverkehr zu verhindern“. Seinem Frust über den Knotenpunkt an sich ließ Wolf-Dieter Wieland (FDP) freien Lauf: „Das kostet viel Geld, es gibt enorme Beeinträchtigungen – und doch ändert sich rein gar nichts daran, dass der Platz eine städtebauliche Missgeburt ist. Da hätte ich mir Änderungen gewünscht.“ Koci hielt dem entgegen: „Bisher gibt es keine andere Lösung. Wir haben die Aufgabe, die Infrastruktur funktionsfähig zu halten. Denn wenn der Österreichische Platz ausfällt, wird das Verkehrsproblem noch größer.“

Vage Hoffnungen auf perspektivische Verbesserungen äußerte der Bezirksvorsteher Raiko Grieb, „wenn die ganze B 14 im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesse bis hoch zum Heslacher Tunnel in den Blick genommen wird“. Denn dabei werde dem Österreichischen Platz „besondere Aufmerksamkeit zuteil“.

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