Sanierung und Neubau in Rommelshausen Haldenschule wird das nächste Großprojekt

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Der Gemeinderat lässt eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung und Erweiterung der Haldenschule erstellen, die Bürger sollen wie bei der Hangweide eingebunden werden. Bereits im Mai geht es mit dem Neubau der Sozialstation los.

Die Solaranlage auf dem Dach täuscht: Auf zeitgemäßem Stand ist  die Haldenschule nicht. Foto: Hans-Dieter Wolz
Die Solaranlage auf dem Dach täuscht: Auf zeitgemäßem Stand ist die Haldenschule nicht. Foto: Hans-Dieter Wolz

Rommelshausen - Es ging im Gemeinderat Kernen nicht um konkrete Bebauungspläne oder gar einen Baubeschluss für den neuen Haldenschul-Campus. Benedikt Paulowitsch, der Bürgermeister, ließ sich bei den Bürgervertretern nur eine Machbarkeitsstudie absegnen. Die auf mehrere Jahre zu verteilende Sanierung und Erweiterung der Haldenschule in Rommelshausen nannte er aber einen „absoluten Schwerpunkt der Gemeindepolitik“ und nach dem Baugebiet Hangweide das größte Projekt der Gemeinde Kernen in den nächsten Jahren.

Die alte und stark sanierungsbedürftige Halden-Sporthalle soll dagegen laut den Konzeptvorschlägen abgerissen werden

Über Kosten wurde noch nicht gesprochen. Teil des Kinder- und Jugend-Campus Haldenschule ist auch der Neubau der Sozialstation mit Tagespflege, Schülertreff und Kindertagesstätte in der Seestraße 32 bis 34, für die der Gemeinderat am Donnerstag den Baubeschluss fällte. Im Mai soll der Bau beginnen, der allein 6,5 Millionen Euro kostet. Das bisher bekannte Konzept der beauftragten Architekten für die Haldenschule sieht als zentrales Element einen Neubau vor, der die an der Haldenschule fehlenden oder zu erneuernden Räume wie Mensa, Aula, Sporthalle, eventuell auch Räume für die Kinderbetreuung in einem Gebäude zusammenfasst. Die alte und stark sanierungsbedürftige Halden-Sporthalle soll dagegen laut den Konzeptvorschlägen abgerissen werden. Vor den Gemeinderäten zeigte sich Verena Vollath vom Büro Zoll Architekten jetzt allerdings vorsichtiger: „Ob die Turnhalle hergerichtet oder neu gebaut werden soll, ist im Lauf der Studie noch zu untersuchen.“

Barrierefrei sei die Schule und ihr Außenbereich nicht

Als kurzfristig zu lösendes Problem gelten für den Bürgermeister die Toiletten im Altbau. Diese sind nur über den Außenbereich zu erreichen. „Das ist eine Situation, die zu schnellem Handeln auffordert“, sagt die Architektin. „Das ist längst nicht mehr zeitgemäß“, betont auch Benedikt Paulowitsch.

Die weitere Mängelliste ist lang. So sei die Essensausgabe „hoffnungslos zu klein für den Bedarf“, sagt Verena Vollath. Es fehlt außer der Mensa ein innen liegender Pausenhof. Es gibt keine Aula und keinen Mehrzweckraum für Veranstaltungen. Darüber hinaus gebe es auf dem Gelände „einfach keine klare Orientierung“. So erscheint der Haupteingang an der Friedhofstraße rückwärtig. Der Nebeneingang vom Pausenhof her dagegen wird stark frequentiert, obwohl auch er nicht ohne Weiteres zu finden ist. Denn dort, wo der Zugang sein könnte, parken an der Haldenstraße Autos. Barrierefrei sei die Schule und ihr Außenbereich nicht, und später sei auch noch eine energetische Sanierung der Altbauten notwendig, meint Verena Vollath. Die Parksituation – bei großem Andrang von Eltern, die Schüler mit dem Auto abliefern, auch mal gefährlich – soll in einer Zwischenlösung neu gestaltet werden.

Die Zukunft der Haldenschule interessiert viele Menschen

Rechtzeitig bis in vier oder fünf Jahren, wenn die ersten Familien auf der Hangweide – ein Wohngebiet für bis zu 1200 Menschen – einziehen werden, müssen auch weitere Klassenräume geschaffen werden: „Die Schule ist derzeit dreizügig. Sie war zwar schon vierzügig. Aber damals gab es noch Räume, die jetzt von der Kernzeitbetreuung und dem Hort belegt werden. Das waren früher Klassenzimmer“, sagt die Schulleiterin Susanne Kolbe. Überlegt wird auch, die Räume des Rotkreuz-Ortsverbands zu verlegen, um einen Klassenraum wieder für die Schule nutzen zu können. Die Machbarkeitsstudie soll laut dem Verwaltungsvorschlag durch das Büro Zoll Architekten in enger Absprache mit der Schulleitung, der Elternvertretung sowie Vertretern der Gemeinderatsfraktionen und Sportvereine entwickelt werden. Gleichzeitig gab Bürgermeister Paulowitsch ein „politisches Versprechen“ ab: „Alle nicht Genannten sollen auch eingebunden werden.“ Der PFB-Gemeinderat Eberhard Kögel führte Eltern, Lehrer, Hausmeister und sogar die Reinigungskräfte auf.

Dass die Zukunft der sanierungsbedürftigen Haldenschule viele Menschen in Rommelshausen interessiert, zeigte schon ein Blick auf die Zuschauerplätze. Der Saal 2 im Bürgerhaus war voll besetzt, und einige Besucher saßen bei der Gemeinderatssitzung gar auf den Fensterbänken.