Seit August haben im Filderstädter Fildorado die Saunen trotz anhaltender Corona-Pandemie wieder geöffnet. Die Schwabenquellen in Möhringen wollen nach den Sommerferien nachziehen. Mit welchen Einschränkungen müssen die Besucher rechnen?

Filder - Für Heidi Gohl gibt es da kein Vertun. „Saunieren ist bei uns reinlicher als der Besuch eines Kaufhauses“, sagt die Prokuristin des Fildorados. Seit Anfang August hat das Filderstädter Sport- und Badezentrum trotz anhaltender Corona-Pandemie seine Pforten auch wieder für Menschen geöffnet, die in ihrer Freizeit gerne schwitzen. Und zwar trotz des „riesigen Aufwandes“, den dies für das Personal dort bedeutet.

 

Auf die Frage nach dem Warum hat Heidi Gohl zwei Antworten. Die erste lautet: „Weil wir es dürfen.“ Die zweite bezieht sich auf die Gäste, darunter viele Stammgäste, aber auch Menschen, die in diesem besonderem Sommer nicht in den Urlaub gefahren sind und nun Entspannung im Wellnessbereich des Fildorado suchen. „Die Gäste sind glücklich, dass sie wieder kommen können. Sie fühlen sich sicher und wohl“, sagt sie.

Aufgüsse und Dampfbäder sind nicht erlaubt

Dennoch ist freilich vieles anders als noch vor einem halben Jahr: Deutlich weniger Besucher dürfen gleichzeitig rein. Es gibt keine Aufgüsse, kein Luft-Wedeln, keine Dampfbäder, die Eisbrunnen bleiben geschlossen. Das sind die Folgen der Vorschriften, welche das Land sämtlichen Sauna-Anbietern in Baden-Württemberg auferlegt hat. Nur unter diesen Bedingungen durften diese nach dem Lockdown wieder ihre Pforten öffnen. Laut der Prokuristin sind andere Länder an dieser Stelle nicht ganz so streng. Da gibt es zwar keine Aufgüsse, aber ein Wedeln sei erlaubt.

Auch ein sanftes Saunieren ist derzeit nicht möglich. Sämtliche Saunen und damit auch die Aroma-Kabinen werden auf 80 Grad aufgeheizt – damit das Virus keine Chance hat. 9 Uhr bis 13 Uhr, 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr und 18 Uhr bis 22 Uhr: Über den Tag verteilt gibt es drei Zeitabschnitte, in denen die Schwitzbäder zugänglich sind. Dazwischen haben die Saunameister jeweils eine Stunde Zeit, alles wieder zu reinigen und zu desinfizieren. Denn die Besucher müssen eine halbe Stunde vor Zeitablauf in die Umkleiden. Sonnenanbeter nutzen gerne die Mittagsschicht, um nahtlos braun zu werden. Gohl sagt: „Sie sonnen sich lieber im Saunagarten als im Freibad oder am gesperrten Baggersee.“

Badeschuhe stehen auf Flip-Flop-Aufklebern

Maximal 130 Menschen können sich „pro Slot“ anmelden. Am liebsten über den Web-Shop des Badezentrums. Wer kein Internet zu Hause hat, kann sich zu bestimmten Zeiten auch per Telefon eine Karte reservieren, die später an der Kasse gekauft wird. Bisher hält sich der Ansturm auf die wieder eröffnete Saunalandschaft des Fildorado in Grenzen. Etwa 70 Menschen werden im Durchschnitt pro Schicht gezählt. Wo früher bis zu 50 Schwitzbegeisterte Po an Po zusammensaßen, sind je nach Größe der Kabine nun drei bis elf Menschen zugelassen. Aufkleber mit Flip-Flop-Motiv vor den einzelnen Kabinen sorgen dafür, dass es im Inneren nicht zu eng wird. Jeder, der die Sauna betritt, muss seine Badeschuhe auf einen der Aufkleber stellen. Sind alle Kleber belegt, ist die zulässige Personenzahl pro Kabine erreicht.

In den Schwabenquellen, die in Stuttgart-Möhringen von der Kanto GmbH betrieben werden, werden Schilder auf den notwendigen Sicherabstand von eineinhalb Metern hinweisen, erläutert Martin Pesch, der Geschäftsführer der Kanto GmbH unserer Zeitung auf Nachfrage. „Geschulte Sauna-Fachkräfte“ werden die Situation vor Ort zudem „regelmäßig im prüfenden Blick haben“. Laut der baden-württembergischen Corona-Verordnung spreche nichts gegen den Betrieb von Saunen, sagt er, „vorausgesetzt, die Sicherheitsvorkehrungen werden konsequent umgesetzt“.

Schwabenquellen haben die Zwangspause genutzt

Die Sauna- und Wellnesslandschaft im Möhringer SI-Centrum, die seit dem 13. März aufgrund der Pandemie geschlossen hat, will nach den Sommerferien wieder öffnen. Ein genaues Datum dafür gibt es allerdings noch nicht. Der Termin werde zeitnah auf der Homepage des Unternehmens und auf den entsprechenden Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Das Unternehmen hat die Zwangspause genutzt, um Technik, EDV und Ambiente zu erneuern. Vier Wasserbereiche wurden neu gestaltet. Es wird fortan ein neues Ticketsystem geben, welches eine „bequeme Vorab-Online-Buchung des Wunschtermins trotz reduzierter Gesamtzahl“ ermöglicht, wie Pesch schreibt.

Auch in den Schwabenquellen ist der Betrieb von Dampfbädern derzeit nicht gestattet. Aufgüsse und das Wedeln von Luft wird es auch dort nicht geben dürfen, dafür sind Klangschalen-Zeremonien und Aroma-Duftreisen geplant.