Auf Instagram hat der Schauspieler Maximilian Mundt („How to sell Drugs online (fast)“) dem Streamingdienst Spotify vorgeworfen, frauenfeindliche Musik zu verbreiten. Sein Angriff gilt vor allem den Rappern unter den männlichen Top Artists.

Kultur: Susanne Benda (ben)

Berlin - Warum können solche Texte immer noch produziert werden? Der Schauspieler Maximilian Mundt („How to sell Drugs online (fast)“) wundert sich nicht nur – er ist wütend. Anfang Dezember hatte der Streaming-Dienst Spotify eine Liste der zehn männlichen Top Artists; bis auf Justin Bieber sind sie alle Rapper. Bonez MC gehört dazu, Capital Bra, Apache 207, RAF Camora, Ufo 361, Sido, Jamule, Samra und Luciano. Zahlreiche ihrer Texte seien offen frauenfeindlich, kritisiert Mundt – und belegt sein Urteil mit etlichen Zitaten. „Du weißt nicht, dass das, was Du bist, dasselbe wie ne Nutte ohne Stolz ist“ von Apache 207 ist noch eine der harmlosesten Passagen.

Der 25-Jährige Schauspieler postet auf Instagram auch eine Statistik, die zeigt, dass bei Straftaten überwiegend Frauen zum Opfer fallen: Unter den Ermordeten sind 75 Prozent weiblich, unter den Opfern sexueller Übergriffe und Gewalt sind es fast 100 Prozent.

Mundt greift mit seiner Kritik eine aktuelle Debatte über die Frauenfeindlichkeit in der deutschen Rapszene auf. Sprache schaffe Realität, und die Gefahr, dass durch populäre Songs Gewalt und Frauenhass normalisiert würden, sei groß, behauptet etwa die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes, die deshalb 2020 die Kampagne #unhatewomen gegen frauenverachtende Sprache startete. In Rap und Hip-Hop, aber oft auch in Schlagern und Popmusik, heißt es da, gelte Sexismus immer noch als Kavaliersdelikt. „Verbale Gewalt gegen Frauen wird millionenfach gehört, geliked und gefeiert – und so zum Teil unseres Alltags und unserer Sprache.“ Mit Kunstfreiheit, ergänzt jetzt Maximilian Mundt, sei dieser „miese Sexismus“ nicht zu entschuldigen.